Zitate von Staatsanwälten

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Ortstermin am 13.9.2001 (!) Staatsanwalt: Meine Güte, was für eine Bruchbude. Da sollte man am besten einfach ein Flugzeug drauf fallen lassen. 
 Angeklagter (in breitem pfälzisch): Ei joooh, Herr Staatsanwalt. Am beschde ne Einmotorische mit Ihne am Steuer.
Die Allwissende
Staatsanwältin: Der Angeklagte hat Fahrerflucht begangen.
Zeuge 1 (Vorgesetzter): Zum angeblichen Tatzeitpunkt hat er gearbeit.
Zeuge 2-5 (Arbeitskollegen): Zum angeblichen Tatzeitpunkt hat er gearbeit.
Richter: Ich gehe von der Unschuld des Angeklagten aus.
Staatsanwältin: Papperlapapp, Zeugen. Die können ja alles mögliche behaupten!
Anklageverlesung
Staatsanwalt; Im Einzelnen kam es zu folgenden Taten: 
 Fall 1 - Tatobjekt: 1 Notebook Surface pro
 Fall 2: Tatobjekt: 1 Handy Marke iphone 
 … usw …
 nach 20 Minuten: Fall 64 - Tatobjekt: 1 Handy Marke Landgericht … äh, LG … äh Ell dschi … egal, Fall 65 …
Ausbilder
Oberstaatsanwalt: Nehmen wir mal an, am Naheufer bei Langenlonsheim wird eine Wasserleiche angespült und Sie haben bei der StA Bad Kreuznach Notdienst. Was tun Sie?
Referendar: Die Leiche beschlagnahmen?
OStA: Quatsch.
Ref.: Den Fundort absperren lassen?
OStA: Nein.
Ref.: Ein Todesermittlungsverfahren einleiten?
OStA: Nein!
Ref.: Die Obduktion anordnen?
OStA: Nein!!! Sie geben der Leiche einen Tritt, damit sie rüberschwimmt ans Naheufer von Gensingen. Dann ist die StA Mainz zuständig.
Der Desillusionierte
RA: Die Zeugin behauptet, sie sei neben dem LKW gefahren, als dieser komplett auf ihre Fahrbahn hinüberzog. Wie soll das gehen?
Richter: Das frage ich mich auch.
Staatsanwalt: Straßenverkehr ist offene Psychiatrie. Da gibt’s nichts, was es nicht gibt.

Der Desillusionierte II

Erkenntnisse eines Oberstaatsanwaltes

Der Diplomat
RA: Mit einem Schuldspruch und einer Geldauflage könnte mein Mandant leben. Mit einem Fahrverbot tun wir uns schwer, ohne umfangreiche Beweisaufnahme.
Staatsanwalt: Ich muss hier nicht unbedingt ein Fahrverbot beantragen.
Richter: Kein Fahrverbot? Ich weiß nicht, ob das Gericht damit glücklich wäre.
StA: Es ist nicht Aufgabe der Staatsanwaltschaft, das Gericht glücklich zu machen.

Fehlschlag

RA: Mir wurde berichtet, dass die Drogenfahndung kürzlich einen Großeinsatz in einem 300-Seelen-Hunsrückdorf hatte.
Staatsanwalt: Die Aktion war ein Reinfall.
RA: Ach?
StA: Wissen Sie, was los ist, wenn ein halbes Dutzend verdeckte Ermittler, alle in Jeans, Lederjacke und mit Sonnenbrille in so einem Dorf herumschleichen, um eine Drogenübergabe zu observieren?
RA: Was denn?
StA: Die Anwohner haben massenhaft den Notruf gewählt aus Angst, dass da irgendwas passiert.

Feministin

Polizeizeuge: Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau so ein großes Auto über solch eine schwierige Piste steuert.
Oberstaatsanwältin: Als Frau muss ich da deutlich widersprechen. Natürlich können wir große Autos in schwierigen Situationen fahren!
(90 min später) Angeklagter: Ich muss dringend mal auf die Toilette.
OStAin: Na, Sie sind doch kein Mädchen.
Der Hardliner
Oberstaatsanwalt: Ich werde jetzt alle laufenden Verfahren verbinden und dann bekommt der Beschuldigte ein richtiges Brett.
Verteidiger: Naja, wohl eher ein Päckchen.
Oberstaatsanwalt: Nein. Ein Brett!
Der Junggeselle
Staatsanwalt: Letzten Freitag habe ich bemerkt, dass an meiner Robe zwei Knöpfe fehlen.
Protokollerin: Und was haben Sie dann gemacht?
Staatsanwalt: Ich habe das ganze Wochenende im Internet recherchiert nach einer Anleitung zum Knöpfe-Annähen.

Klarstellung

Anfrage der Staatsanwaltschaft: Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt, Sie werden um Mitteilung gebeten, ob Sie zur Rücknahme des Rechtsmittels ermächtigt waren.
Antwort: Aus historischen Gründen lasse ich mich nie zu irgendetwas ermächtigen. Ich bin aber bevollmächtigt.
Der Lebenserfahrene
Staatsanwalt: Der Angeklagte hat zugegeben, dass er sie geschlagen hat. Unklar blieb warum. Aber ich weiß, was der Grund war. Der Angeklagte hatte nämlich eine Einladung zum Termin beim Jobcenter. Das kann einem schon mal den Tag versauen.

Missverständnis?

RA: Herr Staatsanwalt, hätten Sie vielleicht ein paar Minuten Zeit, um mit mir einen Fall in Zusammenhang mit 2 Gramm Cannabis zu erörtern?
StA: Hm … Ja … Vielleicht dreht sich die Welt danach ja anders.
Polizeihörigkeit
Zeuge: Ich wurde von dem Polizisten permanent bedroht, nur deshalb habe ich damals so ausgesagt.
Staatsanwalt: Dann hätte der Polizist sich ja strafbar gemacht.
Zeuge: Aus meiner Sicht hat er das auch.
Staatsanwalt: Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sie haben damals etwas falsches erzählt oder sie lügen heute.
Der Pädagoge
RA: Meine Mandantin macht keine Angaben zur Sache.
Staatsanwalt (schüttelt entrüstet den Kopf): Wir sind im Jugendstrafverfahren!
RA: Ist mir bekannt.
StA: Haben Sie überhaupt schonmal einen Strafprozess geführt?
RA: Das hier ist erst mein zweiter Strafprozess.
StA: Ah ja …
RA: Für heute. Der erste endete mit Freispruch.
Die Psychologin
Staatsanwältin an psych. Sachverständigen: Der Angeklagte wirkt auf mich so gefasst. Seine Hände hat er immer im Schoß und macht die Merkel-Raute. Kann es sein, dass der unter Medikamenteneinfluss steht?
Seitenhieb
Richterin: Irgendwelche Vorschläge, wohin die Auflage gezahlt werden soll?
Angeklagter: Ich würde gerne an ein Waisenhaus zahlen, aber ich kenne keines.
Richterin: Waisenhaus? Kennt jemand ein Waisenhaus?
RA und Romanautor: Ich kenne Waisenhäuser nur aus irgendwelchen Schundromanen.
Oberstaatsanwalt: Ach, und aus welchen?
Sinneswandel
Staatsanwalt im Ermittlungsverfahren: Diese DIN ist so kompliziert, dass selbst ich als Jurist nicht weiß, was gemeint ist. Es muss ein Gutachten eingeholt werden.
Staatsanwalt im Prozess: Diese DIN ist völlig eindeutig. Das hat schließlich ein Gutachter bestätigt. Der Bürger 0815 hat zumindest fahrlässig gehandelt, weil er die DIN nicht beachtet hat.
Tränenreich
Angeklagter (Weinpanscher): Lamentiert ausführlich über Probleme und Schicksalsschläge in seinem Leben.
Staatsanwalt: Wirft dem Angeklagten ein Päckchen Taschentücher zu und sagt: Sie haben dem Begriff „Weinstrafkammer“ eine völlig neue Bedeutung gegeben.
Verquere Logik
Plädoyer des Staatsanwalts: Ich bin überzeugt davon, dass diese Frau eine Vergewaltigung zu Unrecht angezeigt hat, weil sie einen Seitensprung vor ihrem Freund vertuschen wollte. Der andere Mann, mit dem sie intim war, hat nämlich ausgesagt, dass sie unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr wortlos ihre Hose hochzog und dann einfach gegangen ist. Dies werte ich als starkes Indiz für ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Freund.
Der Vollstrecker
Vorsitzender: Die Zeugin ist eigenmächtig nicht erschienen. Herr Staatsanwalt, beantragen Sie Ordnungsgeld?
Staatsanwalt: Ich beantrage 150 EUR Ordnungsgeld.
Vorsitzender: Warum so wenig? Wir würden durchaus auch mehr verhängen.
Staatsanwalt: Bei der ist eh nix zu holen und ich bin für die Vollstreckung zuständig. Je höher die Ordnungsgelder, desto länger muss ich mich hinterher mit der Akte rumärgern.

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