Richterzitate

Zitate von Richtern

Die Abgebrühte

Richterin: Haben Sie schon öfter Pferde auf die Koppel geführt?
Zeugin: Ich mache das täglich.
Richterin: Hat der Kläger auch so viel Erfahrung mit Pferden?
Zeugin: Ich denke schon, er ist ja gelernter Metzger.
Richterin: Naja, die Pferde mit denen der zu tun hat, sind wohl eher tot.

Der Abgebrühte

Hauptverhandlung am LG Köln. Zeugenvernehmung zieht sich in die vierte Stunde. Plötzlich wilde Schreierei auf dem Flur. Dann stürmen drei Justizwachtmeister durch eine Seitentür in den Sitzungssaal, rufen laut „Tschulligung“ und poltern durch den Besuchereingang wieder raus.
Die meisten Prozessbeteiligten: blass und geschockt
Vorsitzender: Ich denke, das war ein passendes Signal zur Mittagspause. Wir unterbrechen für 1 Stunde.

Der Altgediente

Nachbarrechtsstreit vor einem älteren Amtsrichter

Richter (an beide Parteien gerichtet): Do wo Sie heit wohne, ware friher Wingert. Dodebei hett mers belosse solle.

Der Altgediente II

Richter: Wenn man es richtig macht, dann brauchen manche Fälle einfach verdammt viel Zeit.
RA: Nach meiner Einschätzungen finden Richter mit zunehmendem Dienstalter immer mehr Möglichkeiten, die Fälle abzukürzen.
Richter: Unterschätzen Sie nicht die jungen Kolleginnen. Wenn die irgendwann Nachwuchs zuhause haben, arbeiten die plötzlich auch viel schneller als vorher.

Die Akribische

Kläger: Die Mieter haben den braunen Naturholzzaun mit weißer Lackfarbe gestrichen. Das können Sie sofort sehen, wenn Sie davor stehen.
Richterin: Ich kann das nicht beurteilen. Da muss ein Sachverständiger ran.

Bajuwarisch

Bayerische Amtsrichterin: Ich glaube Ihnen, dass Sie alkoholbedingt enthemmt waren. So gravierend kann das aber nicht gewesen sein, sonst hätte die Polizei Sie in SCHUTZHAFT genommen.

Der Begründungskünstler

Urteilsbegründung nachdem der Täter die Mutter seines Sohnes mit 11 Messerstichen hingemetzelt hat: Strafmildernd ist zu berücksichtigen, dass der Angeklagte nun aufgrund seiner Inhaftierung längere Zeit von seinem Sohn getrennt sein wird.

Die Beisitzerin

Richterliche Mail: In Rücksprache mit dem Vorsitzenden haben wir beschlossen, einen Vermerk über unser Telefonat zu fertigen und diesen im nächsten Hauptverhandlungstag zu verlesen.
Antwort RA: Kein Problem. Erwähnte ich eigentlich auch, dass ich in meiner Jugend Kriminalromane schrieb? Über eine diesbezügliche Verlesung – evtl. nur auszugsweise – würde ich mich ebenfalls freuen.

Der Berliner

Richter im Gewaltschutzverfahren: Der angeblich gesprochene Satz: „Ich gebe dir“ ist keine Drohung, er macht nicht einmal Sinn.
RA: In der hiesigen Region ist „Isch gebb derr“ eindeutig die Androhung von Prügel.
GegenRA: Nickt.
Antragstellerin: Nickt.
Antragsgegner: Nickt.
Richter: Ok, ich bin Berliner. Das kannte ich jetzt noch nicht.

Berliner Schnauze

Richter: Wo liegt denn dieses Bad Kreuznach?
RA: Rheinland-Pfalz, Nähe Mainz.
Richter: Und Sie sind jetzt nur für diesen Prozess hierher angereist?
RA: Klar. Außerdem sagt man doch Berlin sei immer eine Reise wert.
Richter: Ja, eine Ausreise, Herr Anwalt, eine Ausreise!

Berufsanfänger

Junge Bußgeldrichterin belehrt den Betroffenen (also den angeblichen Täter): Sie müssen nichts sagen, aber wenn Sie was sagen, dann muss das die Wahrheit sein, das haben Sie ja gerade schon bei der Zeugenbelehrung gehört.
RA: Sind Sie sicher, dass mein Mandant der Wahrheitspflicht unterliegt?
Richterin: errötet

Choleriker

Vorsitzender: Der Angeklagte ist nicht erschienen wir werden die Berufung daher verwerfen.
RA: Ich habe zufällig eine spezielle Terminsvollmacht in meiner Akte gefunden, weshalb auch ohne den Angeklagten verhandelt werden kann.
Vorsitzender: Warum erfahre ich das nicht früher?
RA: Es ist mir erst kurz vor dem Termin beim Durchblättern der Akte aufgefallen.
Vorsitzender: Steht auf, geht Türen knallend raus. Unmittelbar darauf brüllt jemand einen wüsten Fluch über den Gerichtsflur.
Schöffen: Zucken zusammen und blicken den Verteidiger finster an.
Dolmetscher: Das glaube ich jetzt nicht, dass das der Richter war. Das muss jemand anders gewesen sein.
Staatsanwältin: Das finde ich jetzt aber süß, wie Sie denken.

Cartoon-Leser

Richter: Sie heißen mit Vornamen Jolly. Da wurden sie doch als Kind bestimmt gehänselt.
Zeuge: Nö, eigentlich nicht.
Richter: Glaub ich nicht.
RA: Ist das aus irgendeinem Grund wichtig?
Richter: Ich will jetzt einfach hören, dass den schon mal jemand Jolly Jumper genannt hat.

Desillusioniert

Richterin: Haben Sie Ihre Frau geschlagen oder nicht?
Angeklagter: Nein, ich war ja nur selten zuhause.
Richterin: Es braucht nicht viel Zeit, um jemanden zu schlagen.
Angeklagter: Wir hatten nicht mal Zeit zum Liebe machen, so kurz war ich da.
Richterin: Vielleicht dauert die Liebe bei Ihnen ja länger als einen Faustschlag.

Der Empath

Telefonat mit einem Strafkammervorsitzenden über einen Verteidigerwechsel für einen Verhandlungstag:
Richter: Normalerweise würde ich jetzt vermuten, dass mir da wieder so ein Verteidigerschlitzohr ein Falle für die Revision baut. Aber so wie Sie mit mir reden, traue ich Ihnen das nicht zu.

Der Entrückte

Richter: Könnten Sie mir den Namen der Zeugin zufaxen?
Zeuge: Welche Nr. ?
Richter: Äh … Herr Wachtmeister, gehen Sie mal auf die Geschäftsstelle und erfragen sie die Faxnummer.

Der Enttäuschte

Vorsitzender: Also Frau Zeugin, wir werden hier ständig angelogen. Das ist ganz normal. Aber sie nehmen uns gar nicht richtig ernst. Sie geben sich keine Mühe, sie lügen uns an so ganz ohne Liebe. Das ist frustrierend.

Der Faire

Vorsitzender: Wir müssen ja auch die Vorstrafen würdigen.
Staatsanwältin: Der Registerauszug ist nicht vollständig. Der Angeklagte war kürzlich erst wieder am Amtsgericht angeklagt.
RA: Ja, aber da wurde er freigesprochen.
Vorsitzender: Zumindest den Freispruch werden wir nicht strafschärfend würdigen.

Der Frustrierte

Familienrichter im Umgangsrechtsstreit: Ich hab’s so satt! Ich würd am liebsten gehen.
(Ich konnte ihn verstehen)

Der Gelangweilte

Zeuge: Mein Freund war auch dabei.
Richter: Und wie heißt der?
Zeuge: Weiß ich nicht genau. Der ist Chinese oder so. Mit Vornamen heißt er Tao.
Richter: Ok, dann laden wir zur nächsten Verhandlung eben mal diesen Pan Tau.

Genervt

Richter: Könnten Sie den Antrag schriftlich stellen?
RA: Kann ich machen. Ich habe auch noch einen Antrag. Den kann ich auch schriftlich einreichen, wenn Sie möchten.
Richter: Ich möchte ihn zwar nicht. Aber bitteschön.

Der Genetiker

Angeklagt ist ein Deutschamerikaner. Der Richter verliest das Straftregister:
„Nr. 10: unerlaubter Schusswaffenbesitz. – Da kam wohl das amerikanische Blut in Ihnen zum Vorschein.“

Gewaltschutz I

Mandantin: Dieser Stalker wird immer schlimmer, der springt mir neuerdings einfach vor´s Auto.
Richter: Ach herrje …
Mandantin: Ja echt, neulich konnte ich grad noch so bremsen.
Richter: Ja hätten Sie mal …
Mandantin: Aber das darf ich doch nicht.
Richter: Damit hätten Sie mir zumindest diesen Termin erspart.

Gewaltschutz II

Zeugin: Er hat dann eine Gewaltschutzverfügung erhalten.
Richter: Und was geschah dann?
RA: Moment mal, woher wollen Sie denn wissen, ob die Verfügung zugestellt wurde?
Staatsanwältin: Herr Anwalt, Sie haben jetzt kein Fragerecht.
RA: Frau Staatsanwältin, Sie haben hier nicht die Verhandlungsleitung.
Richter: Ich habe die Verhandlungsleitung!
RA: Dann bitteschön.
Richter: Zeugin, woher wollen Sie wissen, ob die Verfügung zugestellt wurde?

Gnadenlos

Beklagter: Ich erkläre das jetzt mal von Anfang an.
Richterin: Interessiert mich nicht. Die Frist für Ihren Vortrag ist längst abgelaufen.
Beklagter: Woher soll ich denn wissen, welche Fristen hier zu beachten sind?
Richterin: Ihnen wurde eine schriftliche Belehrung zugestellt.
Beklagter: Das Schreiben habe ich gar nicht verstanden.
Richterin: Ihr Pech. Das Recht ist nicht für die Dummen da.

Grundsätze

Verteidiger: Meine Mandantin bestreitet die Diebstähle. Es gibt keinen Erfahrungssatz, wonach Schuldiebstähle immer durch Putzfrauen begangen werden.
Richter: Haben Sie eine Putzfrau?
Verteidiger: Nein.
Richter: Ich schon, deshalb sage ich Ihnen jetzt mal was – Der Mörder ist immer der Gärtner, und der Dieb ist immer die Putzfrau.

Hardcore-Vernehmung

Richter: Wie stand das Auto denn nun? So oder so?
Zeuge: Jetzt weiß ich es selbst nicht mehr.
Richter: Wissen Sie es nicht oder haben Sie Ihren Text nicht richtig gelernt?

Hardliner
Hausfrau und Mutter

Richterin (am Rande eines Termins): Herr Rechtsanwalt, nehmen Sie die Haftbeschwerde in der Sache XY noch zurück oder muss ich terminieren?
RA: Rücknahme habe ich doch vorgestern schon gefaxt.
Richterin: Oh. Keine Ahnung. Ich war schon zwei Tage nicht mehr in meinem Büro.

Heile Welt

Richterin: Was dachten Sie, als Sie das Tattoo sahen?
Zeuge: Ich dachte mir, die hätte eher etwas Neutrales nehmen sollen.
Richterin: Aber dass die Frau überhaupt tätowiert war, gab Ihnen nicht zu denken?
Zeuge: Nö, warum?
Richterin: Weil ein Tattoo doch generell etwas Ungewöhnliches ist – zumindest in meiner Welt.

Der Hochdeutsche

Landgerichtspräsident: Hiermit überreiche ich Ihnen Ihre Ernennungsurkunde.
RA: Danke, dann mach ich mich mo uff zum Schaffe.
LG-Präsident: Oh, Sie sind hier in der Gegend heimisch – oder?
RA: Ei jo, woher wissen’Se’n das?
LG-Präsident: Sie haben ein sehr ausgeprägtes Idiom. Daran sollten Sie vielleicht etwas arbeiten.
RA: Was isn das? Meene’Se Dialekt?

(Stammt aus einer lange zurückliegenden Zeit, als Anwälte noch vom Landgerichtspräsidenten ernannt wurden. Und ich verrate nicht, wer da ernannt wurde.)

Jammerlappen

Richterin: Hat der Kläger Probleme mit der Schulter?
Zeugin: Ja.
Richterin: Haben sich die Probleme durch den Unfall verschlimmert?
Zeugin: Keine Ahnung, wie soll ich das wissen?
Richterin: Ja ok, Männer jammern eigentlich immer viel. Aber hat er vielleicht nach dem Unfall mehr gejammert?

Die Kaltblütige

Arbeitnehmervertreter: Mein Mandant hat den Aufhebungsvertrag zwar unterschrieben, das ist aber nicht wirksam, denn er wurde dazu gezwungen.
Arbeitsrichterin (zum Arbeitnehmer): Sind Sie volljährig?
AN: Ja.
Arbeitsrichterin: Hat Ihnen bei der Unterschrift irgendwer eine Pistole an den Kopf gehalten?
AN: Nein.
Arbeitsrichterin: Wie kommen sie dann auf die Idee, Ihre Unterschrift könnte unwirksam sein?

Kinderfreundlich

Richterin: Als Bewährungsauflage verhänge ich 200 Sozialstunden.
Angeklagte: Kann man das nicht in eine Geldauflage umwandeln?
Richterin: Nein. Sie haben eine 13jährige Tochter. Die ist froh, wenn sie ab und zu mal ein paar Stunden allein zuhause sein kann.

Der Klarsteller

Bußgeldrichter: Meine Rechtsprechung zum 1monatigen Fahrverbot ist Folgende: Grundsätzlich können Sie in dieser Zeit Urlaub nehmen. Falls das nicht reicht, müssen Sie öffentliche Verkehrsmittel nehmen. Falls es die nicht gibt, müssen Sie sich einen Chauffeur suchen. Und falls Sie den nicht bezahlen können, müssen Sie einen Kredit aufnehmen.
Betroffener: Wie Kredit? Gibt’s dafür keine Prozesskostenhilfe?

Kollegialität

Letztes Wort des Angeklagten (nachdem zuvor ein Staatsanwalt im Hause als Zeuge aussagen musste): Es tut mir leid, dass der Staatsanwalt nur wegen mir hierher kommen musste.
Richterin: Machen Sie sich nichts draus – der ist froh, wenn er mal raus darf.

Der Konsequente

Richter: Guten Tag, ich rufe Sie aus dem Gerichtssaal an, weil Sie und Ihr Mann als Zeugen geladen sind. Wir warten … Ach, Sie können heute nicht? … Und Ihr Mann? … Ach, den können Sie nicht erreichen … Wie bitte, ob wir einen neuen Termin machen können? Ja, können wir natürlich. Als Alternative biete ich Ihnen aber zunächst an, dass die Polizei sie jetzt abholt … Ach, Sie können jetzt doch? Dann muss die Polizei ja nur Ihren Mann holen … Ach, der ist jetzt doch erreichbar. … Na dann bis gleich.

Die Lebensberaterin

Angeklagter: Die Drogen habe ich heimlich konsumiert, so dass meine Freundin es nicht merkt.
Richterin: Ist die Dame da im Sitzungssaal Ihre Freundin?
Angeklagter: Ja.
Richterin zur Freundin: Also dass Sie wegen dem noch hierherkommen, verstehe ich absolut nicht. Da fehlen mir wirklich die Worte.

Der Lebenserfahrene

Richter: Die Aussage der Ehefrau war unglaubwürdig. An einem Tag ist ihr übel von der Schwangerschaft und am nächsten Tag geht sie in die Stadt shoppen. Die Kammer konnte das nicht nachvollziehen.

Marathon-Man

Flurdurchsage des Vorsitzenden nachdem ein vollbesetzter Saal seit Stunden die Luft wegatmet: Der Zeuge Müller bitte in den Sitzungssaal – und ziehen Sie fest an der Tür, wir haben hier drinnen Unterdruck.

Die Mediatorin

Verwaltungsgerichtliches Mediationsverfahren

Vorsitzende: Ich habe hier Karten mit Tierbildern und möchte damit beginnen, dass jeder sich eine Karte zieht und dann spontan sagt, wie er das Motiv mit unserem Verfahren verbindet.
Mandant: Ich habe einen Esel und so komme ich mir hier auch vor.

Mia san mir

Vorsitzender: Haben Sie vor Revision einzulegen?
RA: Wahrscheinlich schon. Welcher Senat ist denn hier für München überhaupt zuständig?
Vorsitzender: Weiß ich nicht.
RA: Sie wissen nicht, welcher Senat des BGH über Revisionen gegen Ihre Urteile entscheidet?
Vorsitzender: Meine Urteile sind revisonssicher. Es ist mir vollkommen wurscht, welcher Senat die Revision verwirft.

Der Nachsichtige

Strafrichter: Wir kommen jetzt zu den Vorstrafen, wobei ich die aus den 90er Jahren einfach mal weglasse. In den 90ern haben schließlich viele Menschen Fehler gemacht – man denke bloß an die Frisuren.

Der Nostalgiker

Richter: Was verdienen Sie?
Angeklagter: Nicht viel.
Richter: Arbeiten Sie?
Angeklagter: Wie bitte? Ich verstehe Sie so schlecht.
Richter: ARBEIT! Wissen Sie, was das ist? Oder können Sie sich wenigstens erinnern, was das mal war?

Obrigkeit

Richter: Nach derzeitigem Sachstand drohen dem Angeklagten mindestens 4,5 Jahre Haft. Der Angeklagte wird daher ab sofort in Untersuchungshaft genommen.
Angeklagter: Soll das heißen, dass ich jetzt 4,5 Jahre nicht mehr rauskomme?
Richter: Nach vorläufiger Würdigung schon.
Angeklagter: Lächerlich, hahaha.
Richter: Hören Sie auf zu lachen, sonst verhänge ich 3 Tage Ordnungshaft gegen Sie.

Old School

Richter: Herr Staatsanwalt, Ihr Plädoyer bitte.
Staatsanwalt: plädiert
Richter: Herr Verteidiger, Sie sind dran.
Verteidiger: plädiert
Richter: Angeklagter, Sie haben das letzte Wort.
Nebenklägervertreter: Ich bin doch auch noch dran!
Richter (mürrisch): Jetzt hat zuerst mal der Angeklagte das letzte Wort. Dann kommen Sie an die Reihe.

Orakel

Strafrichter: Kommt der Angeklagte oder soll ich schonmal die Polizei losschicken.
RA: Mein Mandant ist freiwillig erschienen und sollte auch freiwillig wieder gehen.
Richter: Das werden wir ja sehen.

(Alarmglocken!!!)

Der Patriot

Richter: Ich werde Sie jetzt zur Zahlung des Mindestunterhalts für Ihr Kind verurteilen.
(Polnischer) Kindsvater: Scheißgericht!
Richter: Menschen wie Sie sind in dieser Rechtsgemeinschaft absolut unerwünscht. Sie fallen nur dem Gemeinwesen zur Last.

Premiere

Vorsitzender: Ich ordne an, dass die Verteidiger ihre Anträge schriftlich einzureichen haben.
RA: Es gilt doch das Mündlichkeitsprinzip.
Vorsitzender: In Ausnahmefällen kann das Gericht schriftliche Antragstellung anordnen.
RA: Aber dieses Verfahren ist kein Ausnahmefall.
Vorsitzender: Doch, es ist mein erster Prozess mit mehr als vier Angeklagten.

Der Polizeigläubige

Richter: Schauen Sie sich mal diese Liste an Diebesgut an. War das alles Ihnen?
Zeuge: Nein, mir fehlen nur zwei Uhren.
Richter: Geige? Devisen? Goldmünzen, Schmuck? Das ist doch alles detailiert beschrieben hier.
Zeuge: Ich habe solche Dinge nie besessen.
Richter: Komisch. Die Liste wurde von der Polizei erstellt. Dann muss sie doch eigentlich stimmen.

Die Polizeiskeptikerin

Richterin in der Urteilsbegründung: Die Situation, die Sie heraufbeschworen haben, war brandgefährlich. Da waren Polizisten vor Ort und die waren auch bewaffnet. Da weiß man bekanntlich nie, was passiert. Das hätte megamäßig eskalieren können.

Praktiker I

Richter: Ich habe den Eindruck, dass Verfahren wegen Straftaten gegen Polizisten zunehmen.
RA: Und ich habe den Eindruck, dass einfach viel mehr Bagatellen angezeigt werden und der Gesetzgeber auch noch mit einer Verschärfung der Gesetz assistiert.
Richter: Das könnte ein Grund sein. Ich sehe aber auch einen Zusammenhang mit dem allmählichen Ausscheiden der „alten Garde“ und der vermehrten Einstellung weiblicher Polizistinnen.
RA: Sie meinen also fehlendes Fingerspitzengefühl und Imponiergehabe?
Richter: Nachdem ich den Job nun schon einige Jahrzehnte mache, kann ich das nicht von der Hand weisen.

Praktiker II

Urteil: 2 Jahre, 6 Monate. Haftfortdauer wird angeordnet.
RA: Wir reden von 30 Monaten. Davon werden nur 2/3 vollstreckt, macht 20. Abzüglich 10 Monate U-Haft macht Rest 10. Wo soll denn da die Fluchtgefahr sein für eine Haftfortdauer?
Richter: Weiß ich. Aber die Aufhebung des Haftbefehls soll das OLG machen. Wenn ich den rauslasse und der verschwindet nach Bulgarien, kreuzigt mich die Vollstreckungsabteilung.

(Soviel zum Wert des hehren Freiheitsgrundrechts)

Praktiker III

Richter: Ihre Ehefrau ist erst 15?
RA: Die Ehe wurde im Ausland geschlossen.
Richter: Wir haben seit letztem Jahr ein Gesetz, das auch solche Ehen für nichtig erklärt.
RA: Ja, aber das Gesetz wird gerade vom Bundesverfassungsgericht überprüft – und hoffentlich abgeschafft.
Richter: Könnte ich verstehen. Ich hatte dieses Jahr mehrfach über die Unterbringung 11jähriger Mädchen zu entscheiden, die bereits ein ausgeprägtes Sexualleben mit wechselnden Partnern führten. Die Eheschließung mit 15 ist da eher mein geringeres Problem.

Der Promovierte

Vorsitzender: Sie sind Deutschamerikaner?
Angeklagter: Jo. Mei Vadder war Zahnarzt bei de Amis. Aber der hot mei Mudder nur geschwängert und dann hot er sich abgesetzt in die USA.
Vorsitzender: Haben Sie ein Alkoholproblem?
Angeklagter: Ich bin Vollalkoholiker.
Vorsitzender: Drogen?
Angeklagter: Regelmäßig.
Vorsitzender (promoviert): Wie konnten Sie denn nur so abstürzen, wenn Ihr Vater doch ein Doktor ist?

Der Realist

Mann: Sie nimmt Drogen. Ich bestehe auf einem Test.
Richter: Welche Drogen denn?
Mann: Weiß ich nicht.
Richter: Also solange man es nicht übertreibt, gelten Alkohol und Marihuana bei mir nicht als Droge.

Resolut

Richterin zum eintretenden Zuschauer: Sind Sie Zeuge oder Zuschauer?
Zuschauer: Ich will mir nur mal die Verhandlung anschauen.
Richterin: Die Verhandlung hat bereits um 9 Uhr begonnen, Wenn Sie das nächste mal zuschauen wollen, dann kommen Sie gefälligst pünktlich.

Respekt vorm Obergericht

Anruf Vorsitzender Landgericht: Wir müssen langsam mal terminieren, das OLG hat heute die Fortdauer der Untersuchungshaft gegen Ihren Mandanten beschlossen.
Verteidiger: Oh, das überrascht mich jetzt aber.
Vorsitzender: Haben Sie den Beschluss noch nicht bekommen? Er ist relativ ausführlich begründet. Man hat fast schon den Eindruck, die hätten mal die ganze Akte gelesen.

Scheidung I

Richter: Sie leben seit mehr als 1 Jahr getrennt?
Mann: Ja. Bin ich jetzt geschieden?
Richter: Nein, aber der Anwalt Ihrer Frau hat schon Scheidungsantrag gestellt. Möchten Sie geschieden werden?
Mann: So schnell wie möglich. Bin ich jetzt geschieden?
Richter: Nein, ich muss zunächst noch die Einkommensverhältnisse feststellen.
Mann: Und dann bin ich endlich geschieden?
Richter: Es läuft so: Solange ich entspannt frage, bleiben Sie verheiratet. Wenn ich mich erhebe, werden Sie geschieden. Und wenn ich mich wieder setze, dann sind Sie geschieden.

Scheidung II

Familienrichter belehrt die Parteien nach Rechtskraft der Scheidung: Das Ehegattenerbrecht endet hiermit. Falls Ihr Ex-Partner nun tot umfällt, wird Ihnen dies nichts bringen, außer einer tiefen Befriedigung. Sollte dies nicht so gewollt sein, können Sie Ihren Ex-Partner ab sofort erneut heiraten.

Scheidung III

Familienrichter: Sie möchten geschieden werden?
Polnische Antragstellerin: Nix verstehn.
Richter: Scheidung?
Antragstellerin: Ja ja.
Richter: Seit wann leben Sie getrennt?
Antragstellerin: Nix verstehn.
Richter: Trennung?
Antragstellerin: Ja ja.
Richter: Trennung seit wann?
Antragstellerin: Nix verstehn.
Richter: Trennung mehr als ein Jahr?
Antragstellerin: Ja ja.
Richter: Wir kommen dann zum Versorgungsausgleich. Versorgungsausgleich bedeutet, dass die Anwartschaften, welche die Ehegatten während der Ehezeit in der gesetzlichen Rentenversicherung, erworben haben, hälftig untereinander aufzuteilen sind. Bei Geringfügigkeit der Anwartschaften kann auf die Durchführung des Versorgungsausgleiches verzichtet werden. Das Gericht rät wegen Geringfügigkeit zum Verzicht. Haben Sie das verstanden?

Die Selbstherrliche

RA: Ich beantrage, den Zeugen ausdrücklich zu belehren, dass er sich nicht selbst belasten muss.
Richterin: Er hat doch noch gar nichts gesagt.
RA: Aber wenn er wahrheitsgemäß aussagt, müsste er eigene Straftaten zugeben.
Richterin: Erst will ich mal hören, was er aussagt. Dann entscheide ich, ob er zu belehren ist.

Schnellmerker

Richter: Wo waren Sie an dem Abend?
Zeugin: In der Disko bei der Veranstaltung ANAL.
Richter: Was ist das für eine Veranstaltung.
Zeugin: Das ist eine Musikveranstaltung, die heißt „Alles nur aus Liebe“.
Richter: Und wofür steht dann das Kürzel ANAL?

Schöffenstreik

RA (Kaffeepause): Der Schöffe rechts von Ihnen pennt ständig. Wenn der Prozess nicht so gut für meinen Mandanten laufen würde, müsste ich den eigentlich abschießen.
Richterin: Der pennt nicht, der tut nur so.
RA: Und wie soll ich das unterscheiden?
Richterin: Der tut immer so, denn er will sein Schöffenamt nicht länger ausüben und sucht einen Grund, um entpflichtet zu werden.
RA: Sowas hatte ich auch noch nicht. Was tut die Justiz gegen diesen Schöffenstreik?
Richterin: Wir zerbrechen uns wirklich den Kopf darüber – aber es gibt keine Lösung.

Die Selbstbewusste

Richterin: Der Zeuge Jackowicz (gesprochen: Jakkowitz) bitte in den Sitzungssaal!
Polnischer Angeklagter: Der heißt Jackowicz (gesprochen: Jatzkowitsch).
Richterin: Die Polen sprechen unsere Namen ständig falsch aus. Dann kann ich das umgekehrt ruhig auch mal so machen.

Seitenhieb I

Richterin: 3 Monatsgehälter à 1700, das ergibt einen Streitwert von 8100.
Anwältin. Nickt grinsend.
RA: Ich komme nur auf 5100.
Richterin: Oh, ja natürlich. Stimmt.
Anwältin (theatralisch): Huch, das war mir ja gar nicht aufgefallen.
Richterin: Aber kurz gezuckt haben Sie trotzdem.

Seitenhieb II

Erste Sitzung im neuen Schwurgerichtssaal

RA: Herr Vorsitzender, unter meinem Tisch liegen noch drei Schrauben offen herum.
Vorsitzender: Was die Frage aufwirft, wer hier ein paar Schrauben locker hat.

Sinn für Humor

Anklageverlesung: Die Angeklagte fühlte sich durch den Baulärm in ihrer Ruhe gestört, weshalb sie mit dem Besen auf die Straße rannte und den Bauarbeiter schlug.
Richterin: Nettes Fällchen, das hätten wir eigentlich am 1. April verhandeln müssen.

Sparbrötchen

RA: Die Angeklagte ist Russlanddeutsche, der deutschen Sprache nur bedingt mächtig und benötigt daher einen Dolmetscher.
Richter:

Spontanäußerung

Richter: An dem Urteil habe ich drei Tage und drei Nächte ununterbrochen durchgearbeitet. Aber ehrlich gesagt: Ohne Amfetamin sollte man das nicht machen.

Der Sportler

Bußgeldrichter: Ich sehe keine Möglichkeit, vom Fahrverbot abzusehen. Sie sollten den Einspruch zurücknehmen.
Betroffener: Und wie komme ich dann zur Arbeit?
Richter: In meiner Freizeit mache ich Triathlon. Ich kann Ihnen also gleich drei Möglichkeiten nennen.

Der Strafzumesser

Richter: Zwar hat der Angeklagte Ende Juli seine Freundin fast bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt. Wir haben aber jetzt schon Januar, die Tat liegt mittlerweile beinahe ein Jahr zurück, was strafmildernd zu berücksichtigen ist.

Der Streber

Anrufender Richter: Sie haben beantragt, den Termin vom … zu verlegen?
RA: Ja.
Richter: Dann biete ich als Ersatztermin an den 2. Januar um 8 Uhr.
RA: Das ist aber verdammt früh im Jahr.
Richter: Na gut, dann eben 8.30 Uhr.

Der Terrorbekämpfer

Arabischer Zeuge, geladen als Osama (+Nachname)
Richter: Sprechen Sie deutsch?
Zeuge: Ja, ich spreche perfekt deutsch.
Richter: Also Sie können mich problemlos verstehen?
Zeuge: Ja.
Richter: Sie heißen Osama (+ Nachname)?
Zeuge: Ja, aber der Vorname ist auf der Ladung falsch geschrieben.
Richter: Wieso?
Zeuge: Meine Vorname schreibt sich Otto-Ulrich-Siegfried-Siegfried-Anton-Marta-Anton.
Richter (mit deutlicher Zeitverzögerung): Also mit U und Doppel-S?
Zeuge: Sag ich doch: Otto-Ulrich-Siegfried-Siegfried-Anton-Marta-Anton.
Richter: Bei dem Vornamen würde ich auch genau aufpassen, dass den keiner falsch schreibt.

Triathlet

RA: Mein Mandant wurde durch den gegnerischen Fausthieb erheblich im Training zurückgeworfen. Er trainierte nämlich für einen Triathlon.
Richter: hm …
RA: Er musste sein Training mehrere Tage aussetzen und dann komplett neu beginnen.
Richter. Ach?.
RA: Die Teilnahme an dem Triathlon wurde ihm dadurch letztlich unmöglich.
Richter: Tatsächlich?
RA: Und das Trainig vor dem Fausthieb, und die ganze Vorbereitung, das war letztlich unnütz. Dazu die Enttäuschung über die Absage des Triathlons. Dafür muss der Gegner ein Schmerzensgeld zahlen.
Richter: Warum ist er denn nicht trotzdem bei dem Triathlon mitgelaufen?
RA: Soll ich Ihnen einmal grundsätzlich darlegen, was es überhaupt bedeutet, für einen Triathlon zu trainieren?
Richter: Nicht nötig. Ich laufe in der Triathlon-Bundesliga.

Tritt in den Hintern

Sozialrichter: Die Klage wird abgewiesen. Der Kläger kann nicht als Nothelfer Unfallversicherungsschutz erhalten, weil die von ihm abgewehrte Gefahr nicht erheblich war.
RA: Ich werde ihm dann mitteilen, dass es ein Fehler war, Zivilcourage zu zeigen.
Richter: Nein, übermitteln Sie dem Kläger bitte, dass das Gericht froh ist über sein Einschreiten. Sonst wäre das Ganze schlimm ausgegangen.

Unbefangen

Vorsitzender: Ihre Äußerungen wirken so geheimnisvoll. Ich bin richtig gespannt, mit welcher Taktik Sie uns im Prozess überraschen wollen.
RA: Meine Taktik besteht ganz einfach darin, der Wahrheit Gehör zu verschaffen.
Vorsitzender: Ich verstehe nicht, warum Verteidiger mit ihrem Wissen immer so lange hinterm Berg halten.
RA: Weil es für die Wahrheit nie zu spät ist, nur oftmals zu früh.
Vorsitzender: Naja, wenn ich das Urteil verkündet habe, ist es ganz sicher zu spät.
RA: Ich werde meine Karten schon rechtzeitig aufdecken.
Vorsitzender: Und warum nicht jetzt?
RA: Weil es jetzt noch zu früh wäre.
Vorsitzender: Dann ist Ihr Prozessziel offenbar nicht der Freispruch.

(Die Schlussfolgerung habe ich nicht verstanden.)

Die Ungeduldige

Nachmittags gegen 15 Uhr. Richterin: Können wir den Zeugen entlassen?
Verteidiger: Nein, ich hätte noch eine einzige Frage.
Richterin: Von mir aus können wir auch bis 20 Uhr hier sitzen. Also fragen Sie ruhig.

Die unrichtige Richterin

Jugendrichterin bei der Urteilsverkündung: Herr Angeklagter, Sie müssen künftig aufpassen. Sie sind nämlich jetzt fast 21 Jahre alt und wenn Sie nochmal etwas ausfressen, dann kommen Sie vor einen richtigen Richter.

Verteidiger-Stalking

Vorsitzender: Guten Morgen zusammen. Herr Verteidiger, ist es Ihnen diesmal gelungen, ein Hotel vor Ort zu finden?
RA: Mein Frühstücksbuffet enthielt Weißwurst und süßen Senf. Daraus schließe ich, dass ich in München gelandet bin.
Vorsitzender: Nach meiner Kenntnis Ihrer Internetauftritte hätten Sie wahrscheinlich eher Wein bevorzugt.

Der Verurteiler

Richter: Wie Ihr Verteidiger völlig richtig gesagt hat, muss der Staat Ihnen die Schuld beweisen. Aber es gibt diesen Beweis: Wir haben nämlich ein Indiz.

(Und der hat tatsächlich schuldig gesprochen?!)

Der Weinkenner

Vorsitzender: Welche Vorstellung verbinden Sie mit dem Begriff Weißherbst?
Zeuge: Weißherbst.
Vorsitzender: Kann es nicht auch etwas anderes sein, zB. ein Riesling?
Verteidiger (cholerisch): Was ist denn das für eine Frage? Das ist doch völliger Unfug!!! Ich verlange, dass das Gericht sachgerechte Fragen stellt!!!
Vorsitzender (mit rotem Kopf): Die Verhandlung wird für 5 Minuten unterbrochen. Das Gericht muss sich sammeln.

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