Zitate von Polizisten

Anwaltshasser
Polizist: Wir wollen nur den Fahrtenschreiber auslesen, dazu brauchen wir Sie nicht.
RA: Ich guck trotzdem mal zu.
Polizist: Offenbar haben Sie zu viel Zeit.
RA: Gut erkannt, nur deshalb bin ich hier.
Polizist: Oder wollen Sie wieder ein polizeifeindliches Buch schreiben?
RA: Sie lesen meine Bücher?
Polizist: Nee, weil ich gehört habe, dass die polizeifeindlich sind.
Anzeigenaufnahme
Zeuge: Der ging an meinem Freund vorbei und hat ihm voll ins Gesicht geschlagen. Dann ging er einfach weiter. Mein Freund spuckte Blut.
Polizist: Warum habt ihr die Polizei gerufen? Es war doch schon alles vorbei.

Beförderungswelle

Richterin: Ich stelle mal fest, welche Zeugen schon da sind. Herr Oberkommissar …
Polizist: Hauptkommissar.
Richterin. Ok. Außerdem müsste erschienen sein der Oberkommissar …
Polizist: Hauptkommissar.
RA: Die im Frühjahr anstehende Landtagswahl hat wohl eine Beförderungswelle ausgelöst.
Richterin: Den Eindruck habe ich auch gerade.
Belehrung I
Polizist: Ich habe die Hausdurchsuchung geleitet.
Richter: Wurde der Beschuldigte über seine Rechte belehrt?
Polizist: Ja natürlich, ich habe ihn persönlich belehrt.
Richter: Hatten Sie den Eindruck, dass er die Belehrung verstanden hat?
Polizist: Sein Vater war auch anwesend. Der war früher als Anwalt tätig und hat alles verstanden. Damit war der Beschuldigte für mich korrekt belehrt.
Belehrung II
Polizist: Der Beschuldigte wurde ordnungsgemäß über seine Rechte belehrt.
Richter: Und dann?
Polizist: Anschließend wurde er zur Sache vernommen. Dabei stellte sich heraus, dass er kein Deutsch spricht. Die Vernehmung zur Sache konnte daher nicht zu Ende geführt werden.
RA: Aber die Belehrung war ordnungsgemäß?
Belehrung III
„Das ist jetzt aber nur so eine Außenseitermeinung von Ihnen oder? Wir haben die StA vorher gefragt und die hat gesagt: kein Anwalt erforderlich.“

(Polizist auf die Frage, wieso er eine 14jährige ohne RA als Beschuldigte vernommen hat. Das Mädchen hatte einem 16jährigen 6 Pillen XTC vertickt, welche jener auf einmal konsumierte und dann verstarb.)

Berufserfahrung

Staatsanwältin: Wir haben bei der Hausdurchsuchung Beute gefunden, die eindeutig aus dem Tresor des Geschädigten stammt.
RA: Und was für eine Beute?
Staatsanwältin: Damenunterwäsche.
RA: Wer packt denn Damenunterwäsche in einen Tresor?
Polizist: Ich befasse mich seit 25 Jahren mit Einbruchsdiebstählen und habe bisher immer nur erlebt, dass in privaten Tresoren Sachen lagern, die eigentlich nicht dort hinein gehören.

Betriebsblind

Polizist: Die Handyauswertung hat ergeben, dass er im Zeitraum Mai bis Oktober dreimal sinngemäß geschrieben hat „bist du daheim“.
Richter: Und was folgern Sie daraus?
Polizist: Dass es um die Übergabe von Betäubungsmitteln ging.
Bombenalarm
Polizist: Sie können hier nicht weiter.
RA: Ich muss aber zu Gericht.
Polizist: Herrenloser Koffer, Bombengefahr. Sie müssen Ihr Auto abstellen.
RA: Aber zu Fuß darf ich weiter?
Polizist: Natürlich, warum nicht?
DNA-Entnahme
Polizist: Sie müssen hier unterschreiben.
Mandant: Was ist das?
Polizist: Ihre Einwilligung in die DNA-Entnahme.
Mandant: Ich will aber nicht einwilligen.
Polizist: Wollen Sie lieber paar auf‘s Maul? Dann nehmen wir die DNA vom Blut.

(Da war ich nicht dabei – wurde mir bei der Beratung so berichtet).

Dumm gelaufen
Polizei (Telefon): Wir stehen vor Ihrem Haus und haben einen Durchsuchungsbeschluss. Wo sind Sie?
Beschuldigter: Ich bin in der Stadt, aber ich komme sofort. Könnten Sie bitte warten?
Polizei: Ok, wir warten.
Passant (kurz später): Sie sind doch die Polizei, oder?
Polizei: Ja, warum?
Passant: Da drin in dem Haus hat gerade jemand ein paar Sachen aus dem Fenster geworfen, ist dann hinterhergesprungen und mit den Sachen abgehaut.
Ertappt

Polizeiprotokoll Einbruchsdiebstahl, auf frischer Tat ertappt

„Herr X gibt direkt und ohne Umschweife an, dass er erwischt sei. Er sei knapp bei Kasse und benötige das Geld. Im Fernsehen würden Automatenaufbrüche viel einfacher aussehen.“

Fahndungserfolg

Anzeigererstatter: Mein Nachbar ist Auto gefahren, obwohl er keinen Führerschein hat.
Polizist: Wir machen jetzt eine Wahllichtbildvorlage. Erkennen Sie irgendwen wieder?
Anzeigererstatter: Nr. 1-3 kenne ich nicht. Nr. 4 ist mein Nachbar. Nr. 5 – 8 kenne ich nicht.
Polizist: Damit ist der Nachbar eindeutig überführt.
Fürsorglich
Polizist: Bevor Sie zu dem in die Zelle gehen, müssen Sie Ihr Handy abgeben.
RA: Hier bitte.
Polizist: Oha, seien Sie froh, dass ich Ihnen das wegnehme.
RA: Wieso?
Polizist: Der Typ da drin ist top durchgestylt. Wenn der ein iPhone 5 mit gesplittertem Display und derart abgewetzter Hülle sieht, hält er Sie für einen Versager.
Informelle Befragung
Polizistin: Ihre Mandantin wusste, dass das Auto gestohlen ist. Das hat sie zugegeben. Von den Drogen unterm Fahrersitz wusste sie auch. Ob sie was damit zu tun hat, ist noch unklar.
RA: Wir haben direkt nach der Festnahme telefoniert. Die Absprache lautete: Meine Mandantin macht keine Angaben zur Sache, ich mache mich sofort auf den Weg und bis ich da bin findet keine Vernehmung statt. Wieso haben Sie trotzdem eine Vernehmung durchgeführt?
Polizistin: Ich habe sie nicht vernommen. Das war nur ein informelles Gespräch zur Überbrückung der Wartezeit. 
Kafkaesk
Verteidiger: Mein Mandant sagt, er hätte die Einwilligung zur DNA-Entnahme nicht freiwillig unterschrieben.
Polizist: Ich habe ihm nur gesagt, dass er unterschreiben muss.
Verteidiger: Also wollte er nicht unterschreiben?
Polizist: Aber er muss doch unterschreiben.
Verteidiger: Warum musste er denn unterschreiben?
Polizist: Weil die DNA-Entnahme nur zulässig ist, wenn er unterschreibt, dass es freiwillig ist.
Verteidiger: Und wenn er nicht freiwillig mitmacht?
Polizist: Deshalb muss er ja unterschreiben, dass es freiwillig ist.
Kontrolle
Richterin: Warum haben Sie ihn kontrolliert:
Polizist: Er saß auf einem Radweg und war gerade dabei, sich eine „Line“ Amfetamin vorzubereiten.
Richterin: Und was hat er gesagt, als Sie ihn kontrollierten?
Polizist: Er sagte, er wolle Chemiker werden. Deshalb probiere er ein wenig aus, da ihm gerade neue Ideen in den Kopf gekommen seien.
Der korrekte Zeuge
1.) Polizeilicher Vernehmungsvermerk: 
Aufgrund der nachfolgenden Vernehmung dürften die Zeugenangaben sehr glaubwürdig sein. Dies ergibt sich auch aus der sehr ordentlich geführten Aktenhaltung des Zeugen.

2.)Polizeiliche Vernehmung:
Frage: Wie viele Mieten stehen genau offen?
Zeuge: Etwa ein halbes Jahr. Es könnten auch 9 Monate sein oder ein ganzes Jahr.
Frage: Gibt es einen schriftlichen Mietvertrag?
Zeuge: Ich weiß nicht, ob der unterschrieben wurde. Ich weiß auch nicht, wo er ist. Frage: Wie hoch war die Miete?
Zeuge: 400 im Monat.
Frage: Und wie hoch sind die Rückstände jetzt genau?
Zeuge: Das ergibt sich aus dieser Auflistung hier. Allein von Februar bis September fehlen schon 8000.
Frage: Wann haben Sie gekündigt?
Zeuge: Fristgerecht zum 29.2.2018.
Lauschangriff
Nächtlicher Anruf der Polizei: Guten Abend, wir haben hier einen Straftäter, der möchte mit Ihnen sprechen.
Verteidiger: Was wird ihm den vorgeworfen?
Polizei: Diebstahl
Verteidiger: Und warum halten Sie ihn dann fest?
Polizei: Wegen Verdunkelungsgefahr - deshalb werde ich Ihr Telefonat jetzt auch mithören.
Verteidiger: Sie wollen ein Verteidigergespräch belauschen???
Polizei: Äh … Ich halte Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft, dann melde ich mich wieder.
Polizistenlogik
Ich habe ihre Mandantin nicht vernommen, denn da sie Jugendliche ist, dürfte ich das nur, wenn sie einen Verteidiger hat. Daraus ergibt sich, dass unser Vorgespräch keine formelle Vernehmung war, sondern nur eine informelle Befragung.

Retourkutsche

Polizist (Telefon): Spreche ich mit Herrn (voller Name), geb. am (Datum) wohnhaft in (volle Adresse)?
Mandant: Ja.
Polizist: Ihnen wird eine gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Was haben Sie dazu zu sagen?
Mandant: Dazu äußere ich mich nicht.
Polizist: So geht das nicht, Sie müssen Angaben machen.
Mandant: Ich verweigere die Aussage.
Polizist: Gut. Sie werden schon sehen, was Sie davon haben.
(3 Tage später erhält Mandant Anhörung wegen Nichtangabe seiner Personalien.)
Rockerversteher
Polizist: Sie verteidigen Rocker?
RA: Hin und wieder, insgesamt eher selten, weil die machen ja nie was.
Polizist: Haben Sie da keine Angst?
RA: Angst? Wovor? Wieso?
Polizist: Na wenn da ein Verfahren nicht so ausgeht, wie die Rocker das wollen, müssen Sie doch bestimmt mit Repressalien gegen Ihre Familie rechnen.

Täuschungsversuch I

Polizistin: Ihr Auto war an dem Unfall beteiligt. Sind Sie gefahren?
Mandantin: Mein Anwalt sagt, die Frage muss ich nicht beantworten.
Polizistin: Das stimmt nur dann, wenn Sie selbst gefahren sind.
Mandantin: Mein Anwalt sagt, ich muss generell darauf nicht antworten.
Polizistin: Gut, dann lasse ich Sie eben von der Staatsanwaltschaft als Zeugin laden, und dann müssen Sie aussagen, egal ob Sie gefahren sind oder nicht.

Täuschungsversuch II

Polizist: Wir werden Sie jetzt als Zeugin vernehmen.
Zeugin: Ich will meinen Anwalt als Zeugenbeistand.
Polizist: Das dachten wir uns schon.
Zeugin: Dann rufe ich jetzt mal den Anwalt an.
Polizist: Wir wollten uns aber zunächst mal mit Ihnen alleine unterhalten.
Zeugin: Alleine?
Polizist: Einfach nur so, ganz unverbindlich. Danach können Sie dann den Anwalt anrufen und dann machen wir die formelle Vernehmung.

Zufallsfinder

RA: Darf ich Sie mal fragen, was Sie in dem Kühlschrank suchen?
Polizist: Drogen, was sonst.
RA: Im Durchsuchungsbeschluss steht etwas von hochwertiger Elektronik. Ich glaube kaum, dass sie im Eisfach einen Hightec-Fernseher mit 2 Meter Bildschirmdiagonale finden.
Polizist: Schon mal was von Zufallsfunden gehört?
RA: Aber Sie suchen doch gerade gezielt.
Polizist: Zufallsfunde findet man nie zufällig. Man muss schon gezielt danach suchen.
Zugriff
Richter: Wie wurden Sie zum Einsatz gerufen?
Polizist: Der Einbrecher hat einen Alarm ausgelöst.
Richter: War er noch anwesend, als Sie ankamen?
Polizist: Ja, wir konnten ihn festnehmen.
Richter: Wo genau:
Polizist: In einem Büroraum.
Richter: War der Angeklagte aggressiv? Versuchte er, sich zu wehren?
Polizist: Nein. Er war eigentlich ganz friedlich und versuchte, sich hinter einer Zimmerpalme zu verstecken.

Anmerkung

Gerade bei polizeilichen Maßnahmen ist der Strafverteidiger häufig nicht oder zumindest nicht von Anfang an dabei. Hier wiedergegebene Zitate sind daher oft solche vom Hörensagen. Ich sehe allerdings keinen Grund, an dem zu zweifeln, was mir meine Mandanten berichten.

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