Zitate von Angeklagten

Anwaltswechsler

Mandatierender.: Ich bin mit meiner Anwältin unzufrieden und möchte, dass Sie meine Klage im Termin vertreten.
RA: Warum das?
Mdt.: Sie macht alles falsch.
RA: Das Anwaltshonorar, das Sie Ihrer Anwältin schon gegeben haben, müssten Sie dann aber bei mir nochmal zahlen.
Mdt.: Wieso das? Sie müssen doch nichts mehr schreiben. Das hat ja meine Anwältin schon alles gemacht.
RA: Ja, aber erstens muss ich mich komplett in den Fall einarbeiten und zweitens hat Ihre Anwältin ja alles falsch gemacht.
Mdt.: Äh…was die Anwältin geschrieben hat, ist alles richtig.
Anspruchsdenken
RA: Bei Fall 1 geht es um Drogenhandel, wobei man Ihnen das eigentlich allenfalls durch aufgezeichnete Telefonate nachweisen könnte. Was sagen Sie dazu?
Mandant: Stimmt nicht, streite ich ab.
RA: Dachte ich mir. Bei Fall 2 geht es um Drogen, die im Rahmen der Hausdurchsuchung bei Ihnen gefunden wurden. Was sagen Sie dazu?
Mandant: Stimmt nicht, streite ich ab.
RA: Ok, da müssen wir gleich nochmal drüber reden. Kommen wir erst mal zu Fall 3. Da geht es um die Drogen, die Sie in der Hosentasche hatten, als man sie festgenommen hat.
Mandant: Stimmt nicht streite ich ab
RA: Äh … Warum das?
Mandant: Ihr Problem. Sie wurden mir ausdrücklich empfohlen. Also verlange ich von Ihnen, dass Sie mich mit einem Freispruch hier aus dem Knast rausholen.
Armut
RA: Oh, Sie müssen auch ständig die Augen tropfen. Bringt‘s was?
Mandant: Keine Ahnung, das Ding ist schon lange leer. Keine Kohle für Nachschub.
RA: Aber Sie haben doch gerade getropft.
Mandant: Ich stech mir die leere Tülle ins Auge. Dann tränt es. Ist genauso gut wie Tropfen.

Beratungsresistent

Mandant: Die haben mich schon wieder festgenommen.
RA: Weshalb?
Mandant: Irgendwas mit Fahrerlaubnis.
RA: Ich hatte Ihnen doch erklärt, dass Sie nicht einmal ein Mofa fahren dürfen.
Mandant: Da halte ich mich auch dran, aber deshalb muss ich ja nicht gleich zu Fuß gehen.
RA: Meine Güte, mit was waren Sie unterwegs?
Mandant: Ich habe mir so einen AOK-Shopper zugelegt.
Bewährungs-Chance
RA: Hast Du mittlerweile einen Arbeitsvertrag? Sonst brauchen wir in der Berufung gar nicht anzutreten.
Klient: Jo. Hab jetzt einen Job angenommen.
RA: Und, wie gefällt Dir die Arbeit?
Klient: Wem gefällt schon Arbeit?
Blitzbirne
RA: Dann mal auf in den Kampf.
Mandant: Wir müssen erst noch 5 Stockwerke hoch.
RA: Wieso? Der Sitzungssaal ist geradeaus der zweite rechts.
Mandant: Komisch. Auf meiner Ladung steht aber „Saal 5. EG“
RA: Sag ich doch: Saal 5 im Erdgeschoss.
Mandant. Ach so - ich dachte fünftes Erdgeschoss.
Der Chiller
Jugendrichterin: Wie sieht’s denn aus mit Alkohol?
Angeklagter: Ich trinke schon seit Jahrmarkt nicht mehr.
Jugendrichterin: Und wie steht es um Ihrem Cannabiskonsum?
Angeklagter: Nix mehr.
Jugendrichterin: Das ist ganz wichtig, dass Sie das sein lassen. Das verlangsamt nämlich die Reaktionen. So, jetzt kommen wir mal zur Anklage. Was sagen Sie dazu?
Angeklagter: Äh … Hab ich erst bis zur Hälfte gelesen.
Corona-Problem I
Anrufer: Kennen Sie sich aus mit Hartz 4?
RA: Ja, warum?
Anrufer: Ich hätte da ne Frage.
RA: Und zwar?
Anrufer: Habe ich gegen das Jobcenter einen Anspruch auf Vorschuss für Hamsterkäufe?
Corona-Problem II

Mittagspause

Wirt: Nix mehr los. Kann die Merkel nicht mal anordnen, dass alle Lokale zu schließen sind?
RA: Kann sie nicht. Förderales System. Das ist Ländersache.
Wirt: Dann könnte doch die Landesregierung alle Kneipen dicht machen.
RA: Könnte sie, aber bisher beschränkt sich das Land auf Empfehlungen.
Wirt: Find ich blöd. Es kommt doch kaum noch jemand hier vorbei.
RA: Es verbietet dir doch niemand, den Laden einfach zu schließen.
Wirt: Wenn ich zumache, erzählen die rundherum, in meiner Kneipe wäre der Virus ausgebrochen. Das geht gar nicht.
RA: Danke für diesen Einblick in die Entstehung einer Pandemie.
Corona-Problem III
Klient: Ich will den Lebensmittelmarkt verklagen.
RA: Gut! Warum?
Klient: Die haben am Eingang einen Spender zum Desinfizieren und das hat mir die Hände verätzt.
RA: Nun stellen Sie sich mal nicht so an. Desinfektion ätzt nicht.
Klient: Aber die haben kein Desinfektionsmittel im Spender.
RA: Sondern?
Klient: Chlorix.
Dauermandat
Mitte Juli, Anfrage einer im letzten November geschiedenen Person:
„Hi … bin seit 31.05. wieder verheiratet…..will mich scheiden lassen… Brauche Termin!“
Dauerstudent
Richter (AG Idar-Oberstein): Was machen Sie beruflich?
Angeklagter: Ich studiere. Seit 2004.
Richter: Seit dem Jahr 2004? Warum dauert das denn so lange?
Angeklagter: Weil der Weg zur Uni so weit ist.
Richter: Wo studieren Sie denn?
Angeklagter: Wiesbaden.
Drogenfrei
RA: Das Ergebnis Ihrer Blutprobe ist da. Alkohol und Drogen.
Mandant: Ich nehme keine Drogen.
RA: Der THC-Wert sagt was anderes.
Mandant: Ausgeschlossen.
RA: Nicht zufällig mal nen Joint geraucht?
Mandant: Joint? Natürlich rauche ich Joints. Aber deshalb nehme ich noch lange keine Drogen.

Der Etikette-Bewusste

Anrufer: Herr Anwalt, Sie haben doch so ein Faible für alles Italienische. Wie trinkt man denn Espresso?
RA: Bitte? Meine Handynummer ist für Notfälle, nicht für Lifestyle-Tipps.
Anrufer: Das ist ein Notfall. Ich sitze ich grad bei der Polizei im Verhör.
RA: Ach herrje … Auf jeden Fall Aussage verweigern! Sind Sie vorläufig festgenommen? Wenn nicht, dann brechen Sie das Verhör ab. Ich kann momentan hier nicht weg, aber sagen Sie auf keinen Fall irgendwas zur Sache aus!
Anrufer: Keine Sorge, ich hab das hier im Griff. Wollte nur wissen, wie man Espresso richtig trinkt.
RA: Verstehe ich grad nicht.
Anrufer: Na die Polizistin hat gesagt, es wird länger dauern, deshalb macht sie jetzt erstmal Espresso. Sowas habe ich aber noch nie getrunken und ich will da nix falsch machen.
RA: Na dann: Schwarz mit Zucker - so machen Sie wenigstens das nicht falsch.
Familienbande
Richter: Was machen Ihre Geschwister?
Angeklagter: Zwei studieren.
Richter: Und der Dritte?
Angeklagter: Hat sein Studium bereits abgeschlossen.
Richter: Gibt es Ihnen dann nicht zu denken, dass Sie immer wieder vor Gericht stehen?
Angeklagter: Es ist nun einmal so, dass jede Familie ein schwarzes Schaf braucht und bei uns mach ich das eben.
Fastenzeit
Türkische Mandantin in einer Verhandlungspause: Zigarette?
RA: Nee.
Türkin: Wieso nicht?
RA: Fastenzeit.
Türkin: Du bist doch kein Muslim!
RA: Aber Katholik!
Türkin: Und bis wieviel Uhr fastest du heute?
Der Feinfühlige
RA: Redet mit Engelszungen für einen Frauenschläger.
Richterin: Zeigt sich einer Einstellung nicht ganz abgeneigt.
Staatsanwältin: Will ausnahmesweise einer Einstellung zustimmen gegen Zahlung einer Auflage.
Mandant (brüllend): „Ans Frauenhaus zahl ich aber nicht!“
Feingeist
Jugendrichter: Was machen Sie so in Ihrer Freizeit?
Angeklagter: Ich lese viel.
Jugendrichter: Das ist ja schön. Was lesen Sie denn so?
Angeklagter: Wo ich wohne wird einmal die Woche der Briefkasten zugestopft mit Werbeblättchen.
Jugendrichter: Das kenne ich, ist bei mir auch so. Aber ich wollte eigentlich wissen, was Sie lesen.
Angeklagter: Na die Werbeblättchen eben.
Fiat iustitia
Angeklagter: Herr Richter, machen Sie mal ein Fenster auf!
Richter: Wozu das denn?
Angeklagter: Damit die Gerechtigkeit rein kann.
Richter: Die lassen wir heut mal draußen. Das Fenster bleibt zu!

Fotografisches Gedächtnis

Mdt.: Jetzt wo sie mich verlassen hat, möchte ich zunächst mal mein Auto zurück. Ich zeige ihnen mal ein Bild davon.
RA: Danke, ich muss das Bild nicht sehen.
Mdt.: Und dann möchte ich auch Kontakt zu meinem Sohn. Ich zeige Ihnen mal ein Bild von ihm.
RA: Danke, ich möchte das Bild nicht sehen.
Mdt.: Und dann will ich auch geschieden werden. Ich zeige Ihnen mal …
RA: Ich will kein Bild von Ihrer Frau sehen!
Mdt.: Die Dame, die Sie hier im Büro haben, sieht sowieso besser aus.
Frauenversteher
RA: Haare ausreißen kostet Sie was. Ist Ihnen das klar?
Angeklagter: Aber nur, weil es um eine Frau geht. Denen ihr Kopf besteht ja zu 50% aus Haaren.
RA: 50%? Wie hoch schätzen Sie denn dann den Gehirnanteil?
Angeklagter: Keine Ahnung. Aber 40% sind Gesicht.
Frühstückskorn
Erste Sitzung des Tages
Richter: Sie wirken etwas nervös.
Angeklagter: Jo. Bin ich auch. Ich könnt jetzt nen Schnaps gebrauchen.
Richter: Haben Sie mal auf die Uhr geschaut?
Angeklagter: Ja, hab ich. Aber da steht keiner.

Geprellt

Mandant: Der Typ ist richtig kriminell. Er zahlt noch nicht mal meine Rechnung.
RA: Um wieviel geht es denn?
Mandant: 9 Mille abzüglich der Anzahlung.
RA: Und wie hoch war die Anzahlung?
Mandant: 3 Scheine.
RA: Also 1500?
Mandant: Nee. 3000!
RA: 3000? Ich kenne nur 500er Scheine.
Mandant: Verdammt. Der Typ ist ja noch krimineller, als ich dachte.
Gerechtigkeitsfanatiker
RA: Das Vergleichsangebot der Gegenseite ist akzeptabel, Sie sollten es annehmen.
Mandant: Warum ist der Gegner denn überhaupt zum Anwalt gegangen, statt einfach zu zahlen?
RA: Weiß ich doch nicht.
Mandant: Wenn er einfach gezahlt hätte, wäre die Sache längst erledigt.
RA: Das lässt sich aber nun nicht mehr ändern.
Mandant: Ich bin doch im Recht, also warum zahlt er nicht?
RA: Das sieht der Gegner sicher genauso - nur umgekehrt.
Mandant: Beide können nicht Recht haben.
RA: Deshalb versuchen wir ja eine Einigung.
Mandant: Ich möchte mich nicht einigen.
RA. Ok. Und warum nicht?
Mandant: Weil es mich ärgert, dass er zum Anwalt gegangen ist, anstatt einfach zu zahlen.
RA: Dafür muss er jetzt zusätzlich die Kosten seines Anwalts zahlen.
Mandant: Ist das insgesamt dann teurer für ihn, als wenn er einfach gezahlt hätte?
RA: Viel teurer!
Mandant: Gut, dann nehmen wir das Angebot an.
Geschichtskenner
Mandant: Wenn Sie noch Zeit haben, müssen Sie sich unbedingt noch unsere Altstadt anschauen. Augsburg ist wirklich schön.
RA: Mache ich gerne. Ist das noch Original oder wurde es im Krieg zerbombt und wieder aufgebaut?
Mandant: Äh … ich denke nicht, dass hier viel zerbombt wurde.
RA: Und warum nicht?
Mandant: Wir haben direkt am Stadtrand eine riesige Ami-Kaserne. Deshalb sind die sicher damals an Augsburg vorbei geflogen.
Gewaltschutz
Frau: Er darf auf keinen Fall meine Adresse wissen.
Richterin: Warum darf er denn Ihre Adresse nicht wissen?
Frau: Ich fürchte mich so sehr vor ihm. Ich möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Mann: Ich weiß schon seit über einem Jahr wo sie wohnt.
Frau: Oh Gott oh Gott, er weiß meine Adresse!!!
Richterin: Woher wissen Sie denn die Adresse?
Mann: Sie benutzt illegal meine Kreditkartendaten um im Internet zu bestellen. Aufgrund der Abrechnung weiß ich wohin geliefert wird.
Gesundes Misstrauen
RA: Ich bräuchte zunächst mal ein paar Daten. Wohnort?
Mandant: Mainz
RA: Telefon 06131 - und weiter?
Mandant: Woher kennen Sie meine Telefonnummer?

Hart drauf

RA: Wieviel konsumieren Sie denn so etwa täglich?
 Mandant: 2 - 3 Gramm Speed.
 RA: Oh … das ist viel. Seit wann machen Sie das?
 Mandant: Seit 5 Tagen.
 RA: Wie? Sie haben vor 5 Tagen angefangen und das gleich mit 3 Gramm?
 Mandant: Nein. Aktuell seit 5 Tagen.
 RA: Aktuell?
 Mandant: Na seit 5 Tagen bin ich jetzt durchgehend wach.

Hausbesuch

RA: Hallo, da bin ich wieder. Kann es sein, dass ich gerade mein Handy hier liegen gelassen habe?
Mandant: Ja, habe ich schon bemerkt. Hier ist es.
RA: Danke.
Mandant: Da hat auch schon jemand angerufen, als Sie weg waren.
RA: Sehe ich auch grad. Aber das ist ja Ihre Nummer.
Mandant: Ja, ich wollte Ihnen sagen, dass Sie Ihr Handy vergessen haben.

Hellseher benötigt

Mandant: Ich habe Ihnen am Wochenende ein Schreiben eingeworfen. Können Sie mir erklären, worum es da geht?
RA: Ja. Da geht es darum, dass Ihnen ein Gerichtsbeschluss übersandt wurde,
Mandant: Das hab ich kapiert. Aber was bedeutet der Gerichtsbeschluss für mich?
RA: Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil Sie mir den nicht eingeworfen haben.
Mandant: Ach - den Beschluss brauchen Sie auch noch?
Höflichkeit
Letztes Wort des Angeklagten: Es tut mir leid, dass Sie ihre Zeit mit mir verschwenden mussten, denn Sie haben ja bestimmt noch anderes zu tun. Aber ich fand’s gut, dass Sie trotzdem Zeit für mich hatten und ich möchte mich auch ausdrücklich dafür bedanken, dass ich Sie alle kennen lernen durfte. Das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen.
Honorarbetrug
Betrüger: Ich brauche einen Verteidiger.
RA: Ich brauche einen Vorschuss.
Betrüger: Kein Problem. Aber der Termin ist schon im Februar.
RA: Dann brauche ich den Vorschuss noch im Januar.
Betrüger: Kein Problem, ich bring das Geld zum Termin mit.
RA: Ich sagte Januar!
Betrüger: Ok, ich bringe es noch im Januar vorbei.
RA: Ich schreibe jetzt eine Zahl auf diesen Zettel, das ist der Vorschuss.
Betrüger: Kein Problem, Sie können mir vertrauen.(Steckt den Zettel ein).
RA: Sie haben weder nach einer Bankverbindung gefragt, noch auf den Zettel geschaut.
Betrüger: Kein Problem, Sie können mir trauen.
RA: Schauen Sie doch erstmal auf den Zettel.
Betrüger (liest): 7,5 Mille? Kein Problem!
RA: Mir hat noch nie jemand 7,5 Mille Vorschuss gezahlt. Darum fange ich auch bei Ihnen nicht damit an. Suchen Sie sich jemand anders.
Insider-Tipp

Auswärtstermin in deutscher Großstadt, Treffen mit Mandantin am Hauptbahnhof.

RA: Welche Linie geht zum Landgericht?
Mandantin: Die 18
RA: Wo bekomme ich ein Ticket?
Mandantin: Keine Ahnung.
RA: Wieso weißt du das nicht? Du wohnst doch hier.
Mandantin: Ja, aber ich fahre immer schwarz.
Internetwissen
Anrufer: Herr Anwalt, ich habe im Internet recherchiert, dass man wegen Steuerhinterziehung erst in den Knast kommt, wenn der Schaden über 100.000 liegt. Können Sie mir das bestätigen?
RA: Warum sollte ich Ihnen das bestätigen?
Anrufer: Damit ich ruhiger schlafen kann.
RA: Kann ich daraus folgern, dass Sie knapp 100.000 an Steuern hinterzogen haben?
Anrufer: So etwa. Kann auch mehr sein.
RA: Also Sie wissen nicht einmal, wie viel Sie hinterzogen haben, aber ich soll Ihnen die Bewährung zusichern???
Der Jubilar
RA: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Mandant: Herr Anwalt, ich muss Ihnen etwas sagen. Da gibt es jemand, der redet ganz schlecht von Ihnen.
RA: Ach, wer denn?
Mandant: Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil das ist ein Schulkamerad von mir.
RA: Ein Schulkamerad? Dann ist der also aus dem gleichen Dorf wie Sie?
Mandant: Ja. Deshalb will ich auf keinen Fall seinen Namen nennen.
RA: Kein Problem. Feiern Sie noch schön ihren 88. Geburtstag. Was ich zu dem Thema wissen muss, finde ich schon selbst heraus.

Der Junkie

RA: Das Ergebnis Ihrer Blutprobe ist da. Alkohol und Drogen.
Mandant: Ich nehme keine Drogen.
RA: Der THC-Wert sagt was anderes.
Mandant: Ausgeschlossen.
RA: Nicht zufällig mal nen Joint geraucht?
Mandant: Joint? Natürlich rauche ich Joints. Aber deshalb nehme ich noch lange keine Drogen.
Kaufmann
Angeklagter: Ich habe eigentlich nur mit Cannabis gehandelt.
Richter: Bei der Durchsuchung wurde aber auch Amfetamin gefunden.
Angeklagter: Das hatte ich damals gerade neu im Sortiment.
Kiffer I
RA: Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass Gerichte auch FB-Accounts lesen?
Mandant: Klar - aber da finden die bei mir nix.
RA: Sie heißen „Heiko“ und man wirft Ihnen Drogendelikte vor.
Mandant: Stimmt, aber was hat das mit FB zu tun?
RA: Vielleicht sehe ich ja Gespenter, aber ich würde es dennoch begrüßen, wenn Sie sich bei FB künftig nicht mehr „HighKO“ nennen.
Klartext
Familiengericht: Die Kosten des Verfahrens werden den Parteien je hälftig auferlegt.
Mandant: Was heißt das jetzt?
RA: Jeder zahlt die Hälfte.
Mandant: Ach so. Diese Richter drücken sich aber auch wirklich kompliziert aus.
Kurzer Prozess
Richterin: Sind Sie verheiratet?
Angeklagter: Ich war in Mogadischu einmal verheiratet.
Richterin: Was heißt „war“? Sind Sie geschieden?
Angeklagter: Nicht nötig. Ich habe sie verstoßen.

Lausbubenvater

RA: Haben Sie sich mal mit Maske im Spiegel betrachtet?
Mandant: Wozu?
RA: Da steht drauf: „Ich bin geil“.
Mandant: Verfluchter Bengel! Wenn ich heimkomme, der kann was erleben …

Lauscher an der Wand

Mandantin: Er schleicht sich an und belauscht mich.
RA: Und was hört er dann?
Mandantin: Das geht Sie nix an.
RA: Ok. Beobachtet er Sie auch?
Mandantin: Nein, er belauscht mich.
RA: Also ist er kein Voyeur?
Mandantin: Dieser kranke Typ ist ein Voyhör!
Logiker
RA: Ich rufe direkt aus dem Gericht an. Ich brauche dringend die Nummer Ihres Stromzählers.
Mandant: Ok, was genau müssen Sie wissen?
RA: Was für eine eine Nummer steht da drauf drauf?
Mandant: Die letzten Zahlen sind 4,8,7 und 3.
RA: Gut. Und was steht davor?
Mandant: Na ich stehe davor.
Mehrlinge
Richter: Wieviele Kinder haben Sie?
Angeklagter (deutlich angetrunken): Drei Zwillinge.
Richter: Also sechs Kinder?
Angeklagter: Nein, drei. Aber Zwillinge, also alle am selben Tag geboren.
Richter: Sind das dann nicht Drillinge?
Angeklagter (lallend): Nee Herr Richter. Die sehen sich so ähnlich, das müssen Zwillinge sein!

Mitdenker

Angeklagter: Ich bin Heroinkonsument
Richterin: In welchem Umfang konsumieren Sie?
Angeklagter: Das kommt drauf an, was da ist.
Richterin: Und wie finanzieren Sie das?
Angeklagter: Das zahl ich nur von meinem Regelsatz, also ohne deshalb Straftaten zu begehen. Den Gefallen tue ich Ihnen nicht.

Nett

Mandantenanruf mittwochs: Wann genau ist nächste Woche mein Termin?
RA: Ich bin mitten im Umzug, kein Netz, ich kann das aus dem Stand jetzt wirklich nicht sagen.
Mandantenanruf samstags: Mir ist gerade aufgefallen, dass Sie ziemlich gestresst klangen am Telefon. Brauchen Sie vielleicht Hilfe beim Umzug?

Nekro

Mandant: Sind Sie spezialisiert?
RA: Kommt drauf an auf was. 
Mandant: Äh … also mit Sex und so. 
RA: Wie alt?
Mandant: Ich bin 43. 
RA: Nicht Sie. Das Opfer!
Mandant: Warum ist das wichtig?
RA: Nur für die erste Einschätzung. Also ob es um § 176 geht oder § 177 oder eher Richtung 184 fortfolgende?
Mandant: Hm. Die Paragrafen stehen auf meiner Ladung alle nicht drauf. 
RA: Was steht denn auf Ihrer Ladung?
Mandant: Da steht § 168 StGB

Neujahrswünsche

SMS einer Bulgarin in der Silvesternacht: „Mit dir kamman Pferde stillen.
Nur scheinbar eiliig
Anrufer: Sie sind Anwalt? Könnten Sie mal vorbeikommen?
RA: Wann?
Anrufer: Jetzt.
RA: Es ist Samstag Abend 20 Uhr.
Anrufer: Aber es ist dringend!
RA: Ich bin am Weinprobieren. Es passt mir grad nicht. Geht’s nächste Woche?
Anrufer: Ja. Geht auch. Wer jetzt noch nüchtern ist, wäre sowieso ein Arschloch.
Der Orientale
Mandant aus einem fernen, sehr heißen Land. Komplizierte Passangelegenheit. Sache zieht sich.
Mandant: Warum Du nicht endlich fragen Polizei was wollen haben an Geld, dann ich zahlen.
RA: In Deutschland läuft das etwas anders …
Nach Beruhigung der Gemüter Verabschiedung.
Mandant: „Du gut Arbeit.“
Und dann … krault er mir das Kinn
Patientenverfügung
Mandant: Was kann ich mit der Patientenverfügung regeln?
RA: Im Prinzip alles, was Ihnen für den Fall eines Krankenhausaufenthaltes wichtig ist.
Mandant: Aber was genau? Haben Sie ein Beispiel?
RA: Der Klassiker ist die Frage, ob im Ernstfall die Maschinen abgestellt werden sollen oder nicht.
Mandant: Ah, jetzt verstehe ich. Dann schreiben Sie rein, dass ich zum Frühstück weder Käse noch Quark will.

per aspera ad astra

Jugendlicher Intensivtäter (telefonisch): Herr Anwalt, ich habe gerade ein Problem.
RA: Ich auch. Bei mir stapeln sich deine Akten.
Jugendlicher: Was für Akten?
RA: Ca. 2 Dutzend neue Sachen, etwa die Hälfte wegen Straftaten in Köln, die andere Hälfte wegen Straftaten in Bremen.
Jugendlicher: Ab jetzt wird alles besser.
RA: Und warum sollte ich das glauben?
Jugendlicher: Weil ich mittlerweile in Berlin bin.
RA: Es wird besser heißt also, dass keine Akten mehr aus Köln oder Bremen kommen?
Jugendlicher: So isses. Sie müssen jetzt nicht mehr in die Provinz sondern dürfen mich in der Hauptstadt verteidigen.
Praktiker I
RA: Das gibt eine Bewährungsstrafe am unteren Rand und eine Geldauflage im mittleren dreistelligen Bereich.
Mandant: Geht nicht was mit Geldstrafe?
RA: Die würde dann aber höher liegen als die Geldauflage. 4 bis 5-mal so hoch schätzungsweise.
Mandant: Das wäre mir lieber.
RA: Haben Sie Geld zu viel?
Mandant: Das nicht, aber kein Bock die nächsten Jahre straffrei zu leben.

Praktiker II

RA: Dieser Aufhebungsvertrag müsste schnellstmöglich von beiden Seiten unterschrieben zu mir zurück.
Mandant: Und wie bekomme ich die Unterschrift vom Arbeitgeber?
RA: Am besten sofort hinfahren, unterschreiben lassen und ein Exemplar wieder mitnehmen.
Mandant: Hm … klingt kompliziert. Was mache ich denn, wenn der nicht da ist?
RA: Rufen Sie vorher an, machen Sie einen Termin aus.
Mandant: Schwierig. Was wenn er nicht unterschreibt?
RA: Es ist alles ausgehandelt. Er wird unterschreiben.
Mandant: Das sagen Sie so leicht dahin. Was ist, wenn er trotzdem nicht unterschreibt?
RA: Dann fahren Sie eben nachhause, ziehen sich Ihre Rockerkutte an, trommeln Ihre Jungs zusammen und machen den Laden komplett platt.
Mandant: Ok … das krieg ich hin.

Psychologie des Falschparkens

Mandant: Herr Anwalt könnten Sie mal für mich diese Nummer anrufen?
RA: Und wer meldet sich dann?
Mandant: Eine Mutter, deren Auto ich versehentlich zugeparkt hatte. Die nervt mich jetzt schon drei Tage, weil sie deshalb offenbar ihr Kind zu spät von der Kita abholte und das Kind hat jetzt angeblich einen seelischen Schaden.
RA: Blockieren Sie die Nummer.
Mandant: Und warum wollen Sie die nicht mal kurz anrufen?
RA: Weil danach die Mutter auch einen seelischen Schaden hätte.

Ratenzahler

Mdt.: Ich bin diesen Monat knapp dran. Es wird etwas später mit der Rate.
RA: Schon wieder? Dann erklären Sie das mal meiner Bürovorsteherin.
Mdt.: Und ich hätte noch eine Frage.
RA: Ja bitte?
Mdt. Ich habe nach dem Prozess beobachtet, dass Sie bei Gericht so ein Postfach haben. Kann ich das Geld auch da einwerfen?
RA: Wieso das denn? Gezahlt wird in der Kanzlei!
Mdt.: Aber da ist diese Frau, die macht mich immer zur Schnecke wenn ich nicht pünktlich zahle.
Rechenkünstler
Mandantin: Nur ein Brief! Mehr nicht. Kann man das nicht pauschal machen?
RA: Ja. Für 150 zuzüglich Umsatzsteuer.
Mandantin: Boah, das sind ja am Ende 300 bis 400 Euro. Kann ich mir leider nicht leisten.

Rechtsverweigerung

Anrufer: Ich wurde gestern festgenommen und erst heute wieder freigelassen.
RA: Haben Sie eine Aussage gemacht?
Anrufer: Nein, obwohl die mich mehrfach vernehmen wollten.
RA: Warum hab Sie mich nicht direkt angerufen?
Anrufer: Ging nicht, die haben mir das Handy weggenommen.
Anrufer: Dann müssen Sie den Polizisten sagen, dass die mich anrufen sollen.
Anrufer: Glauben Sie mir, ich habe das bestimmt 10mal gefordert. Die haben sich einfach geweigert.
(Erlebe ich relativ häufig, wird aber von der Polizei immer abgestritten und von der Justiz nie geglaubt)

Rehabilitiert

Mann: Hallo.
RA: Kennen wir uns?
Mann: Ich bin der mit dem Ohr vom Afrikaner.
RA: Hä?
Mann: Ich bin wieder draußen.
RA: Knast?
Mann: Ja.
RA: Und wieso haben Sie jetzt ein Ohr von einem Afrikaner? Und wieso erkennt man das nicht?
Mann: Nee. Ich hatte damals eines abgebissen.
Reumütig
Angeklagter: Ich will mein Leben komplett ändern. Ich werde nämlich Vater und freue mich total auf das Kind.
Richterin: Wann kommt das Kind?
Angeklagter: Äh … (schaut hilfesuchend zur Freundin im Saal).
Freundin: Geburtstermin ist der 20.12.
Angeklagter: Ach du Schreck, das ist ja schon in vier Wochen.
Robust
Mandant: Er hat mich angegriffen. Ich habe mich nur gewehrt.
RA: Klingt gut. Aus Notwehr lässt sich immer was machen.
Mandant: Wieso Notwehr? Ich habe ihn ja noch nicht mal richtig verletzt.
RA: Meines Wissens liegt er aber im Krankenhaus.
Mandant: Ja, aber doch nur damit sie ihm das Ohr wieder annähen können.

Sparfuchs

Mandant: Hab ich reden Steuerberater für meine Fall.
RA: Steuerberater wissen vielleicht, wie man in ein Strafverfahren wegen Subventionsbetruges hinein gerät, aber nicht, wie man wieder rauskommt.
Mandant: Steuerberater hat sagen, soll ich polnische Anwalt nehmen für mein schlechte Deutsch.
RA: Das ist natürlich Quatsch, aber bis zu 3 Verteidiger dürfen Sie haben - wenn Sie sich die leisten können.
Mandant: Das Problem.
RA: Was Problem?
Mandant: Hab ich Geld nur für ein Anwalt. Brauch ich deine Honorargeld zurück für geben polnische Anwalt.
Schlitzohr
RA: Wenn das Urteil rechtskräftig wird, müssen Sie 150 Sozialstunden machen.
Mandant: Kann ich die Sozialstunden bei Hilda machen?
RA: Bei Hilda? Das ist doch so 'ne Stehkneipe mit Spielautomaten, oder?
Mandant: Ja eben, da hab ich die 150 Stunden ruckzuck rum.

Schlitzohr II

RA: Diese Kündigung datiert auf den 19. Oktober. Heute ist aber erst der 16.
Arbeitgeber: Ja. Das mache ich deshalb, weil die Klagefrist 3 Wochen beträgt.
RA: Verstehe ich nicht.
Arbeitgeber: Dieser Angestellte ist ein oberkorrekter Pedant. Der rechnet die Frist vom 19.10. und klagt am letzten Tag der Frist.
RA: Soll das heißen, er hat die Kündigung schon erhalten?
Arbeitgeber: Ja - gestern.
Schießtraining
Mandant: Herr Anwalt, ich wurde heute von der Polizei befragt. Dürfen die das?
RA: Grundsätzlich nein. Aber es gibt Ausnahmen. Worum ging es denn?
Mandant: Ein Nachbar hat sich beschwert wegen der Schussgeräusche.
RA: Schussgeräusche? Von Ihnen?
Mandant: Ja. Von mir und anderen.
RA: Nachbarn sind meistens bekloppt. Gehen Sie eben das nächste Mal in den Wald, wenn sie mit einer Pistole rumballern wollen.
Mandant. Keine Pistole. Maschinengewehr.
RA: Oh. Finden Sie es dann nicht normal, dass die Polizei dazu ein paar Fragen hat?
Mandant: Ich fand es ziemlich überflüssig. Ich leiste nämlich gerade Wehrdienst und war zur Ausbildung auf dem Bundeswehr-Schießstand.
Schlussfolgerung
Richter: Kann es sein, dass Sie ein Alkohol- und Drogenproblem haben?
Angeklagter: Nö. Ich hab nur ein Führerscheinproblem dadurch.
Schullehrer
Richter: Ich gebe jetzt mal Ihr Einkommen hier in diese Tabelle ein und dann beläuft sich der zu zahlende Unterhalt nach Gutdeutsch…
Antragsgegner: Auf gut Deutsch.
Richter: Wie meinen?
Antragsgegner: Es heißt auf gut Deutsch, nicht nach.
Richter: Gutdeutsch heißt mein Programm zur Unterhaltsberechnung.
Sensationslust
Mandant: Haben Sie schonmal einen Mörder vertreten?
RA: Grad letzte Woche noch.
Mdt.: Und? Was hat er gekriegt?
RA: Knapp 1800 EUR.
Mdt.: Wie 1800?
RA: Schadensersatz für ne Delle im Auto.
Mdt.: Was hat das jetzt mit Mord zu tun?
RA: Der hat 22 Jahre für einen gesessen, ist seit über 10 Jahren draußen und hatte einen Autounfall - und ich habe ihn vertreten
Si tacuisses
Richterin: Möchte der Angeklagte noch etwas sagen?
Angeklagter (bisher völlig unbescholten, nie auffällig, steht vor Gericht wegen einmaliger unsittlicher Berührung eines Kindes): Kann man sich hier auch entschuldigen?
Richterin: Das Gericht würde eine Entschuldigung wohlwollend zur Kenntnis nehmen.
Angeklagter: Na gut. Dann entschuldige ich mich hiermit bei dem Opfer. - Und bei all meinen anderen Opfern gleich mit.

Späte Reue

Mandantierender: Hätte ich doch bloß damals Ihren Vorschuss akzeptiert.
RA: Ach ja, Sie haben sich gar nicht mehr gemeldet.
Mandantierender: Um ehrlich zu sein, ich war bei einem anderen Anwalt, aber der kriegt es nicht hin.
RA: Tja …mittlerweile sind die Tarife gestiegen.
Mandantierender: Aber was ich dem anderen gezahlt habe, rechnen Sie doch an, oder?
RA: Ich rechne es nicht an, sondern drauf.
Mandantierender: Dann zahle ich ja am Ende doppelt.
RA: Und noch mehr …
Stammkundschaft
Mandant: Hallo, kennen Sie mich noch, Sie haben mich vor paar Jahren schonmal vertreten.
RA: Keine Erinnerung mehr. Um was ging´s denn?
Mandant: Ach, das war so ein Kinderkram, Raub von BtM.
RA: Kinderkram?
Mandant: Ja eigentlich schon. Kompliziert war es letztlich nur, weil ich eine Waffe dabei hatte.

Staranwalt

Anrufer: Sind Sie aufs Landgericht spezialisiert?
RA: Wie meinen?
Anrufer: Berufung! Sind Sie dafür zugelassen?
RA: Jeder Anwalt ist am Landgericht zugelassen.
Anrufer: Ich brauche aber einen nur für das hiesige Landgericht.
RA: Gibt es nicht.
Anrufer: Wieso?
RA: Weil alle Anwälte an allen Landgerichten zugelassen sind.
Anrufer: Und Sie?
RA: Ich bin Anwalt.
Anrufer: Auch speziell fürs dieses Landgericht?
RA: Für alle Landgerichte.
Anrufer: Boah, dann müssen Sie ja richtig gut sein. Ich hätte dann gerne mal einen Termin.

Stilvoll

Wenn der Mandant die Post persönlich einwirft und dennoch adressiert

Taktiker I
Arbeitnehmer: Ich bin im Recht, ich will den Arbeitgeber verklagen, der soll schön bezahlen.
RA: Leider ist es im Arbeitsrecht so, dass jeder seine Kosten selbst tragen muss, selbst wenn der Prozess gewonnen wird.
Arbeitnehmer: Kann ja wohl nicht sein.
RA: Doch, in der ersten Instanz ist das so.
Arbeitnehmer: Dann klagen Sie gleich in der zweiten Instanz!
Taktiker II
Mandant: Ich habe noch einen Zeugen. Soll ich den mitbringen?
RA: Was soll der nützen?
Mandant: Er sagt zu meinen Gunsten aus.
RA: Dann einfach mitbringen.
Mandant: Ok, was genau soll er sagen?
Technikglaube
Kläger: Da die Straße nicht gewidmet ist, schulde ich auch keine Ausbaubeiträge.
Verwaltungsrichter: In der Satzung ist die Parzelle ausdrücklich erwähnt. Wieso zweifeln Sie an der ordnungsgemäßen Widmung?
Kläger: In der neuesten Version meines Navis taucht die Straße nicht mehr auf.

Tierfreundin

Richter: Haben Sie Schulden und wenn ja woraus?
Angeklagte: Ich habe einiges an Schulden. Die ganzen Kaiserschnitte gehen ziemlich ins Geld.
Richter: Äh … wie muss ich das jetzt verstehen?
Angeklagte: Ich rede von Tierarztrechnungen für meine Hundezucht.
Top-Mandantin
RA: Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung?
Mandantin: Nö, aber Geld!
Unverhofft kommt oft
Richterin: Vor drei Jahren, als ich noch Strafrichterin in Bingen war, habe ich Ihnen Bewährung gegeben und Ihnen gesagt, dass ich Sie nie mehr vor meinem Richtertisch sehen will.
Angeklagter: Stimmt. Aber ich konnte ja nicht wissen, dass Sie jetzt in Bad Sobernheim zuständig sind.

Unverhofft kommt oft II

RA: Wo ist Don Luigi?
Kontaktmann: Er kann jetzt nicht kommen
RA: Wie bitte? Ich soll gleich da drinnen beim Haftrichter Carlo raushauen und Don Luigi hat mir fest zugesagt, dass er jetzt hier erscheint, um mir die notwendigen Informationen mitzugeben .
Kontaktmann: Don Luigi lässt fragen, ob Sie heute Mittag um 14 Uhr noch mal Zeit hätten
RA: Dann ist es zu spät für Carlo. Der Termin beim Haftrichter ist in 30 Minuten
Kontaktmann: Ja, aber Don Luigi wurde heute festgenommen und wird um 14 Uhr ebenfalls dem Haftrichter vorgeführt.
Vaterfreuden
Richterin: Schul- oder Berufsausbildung?
Angeklagter: Nein.
Richterin: Arbeit?
Angeklagter: Seit 2012 nicht mehr.
Richterin: Kinder?
Angeklagter: 5
Richterin: Von derselben Frau?
Angeklagter: Von 3 verschiedenen Frauen.
Richterin: Was machen Sie den ganzen Tag?
(RA in Gedanken: Außer …)
Angeklagter: Ich kümmere mich um meine Kinder.
Richterin: Aber Sie wohnen doch 100 KM weg.
Angeklagter: Ich fahre hin und her.
Richterin: Warum sind Sie denn so weit weggezogen? Die Fahrten verursachen doch immense Kosten.
Angeklagter: Egal, das wird vom Amt bezahlt.
Verbrecherlogik
Richter: Können Sie uns erklären, warum sich an der Waffe, die bei Ihnen gefunden wurde, Blut befindet?
Angeklagter: Was soll der Bullshit? Wie soll ich das wissen?
Richter: Das Gericht denkt über einen aufgesetzten Kopfschuss nach.
Angeklagter: Ey chill doch mal. Ich hab den nicht erschossen. Bevor ich jemand aus nächster Nähe wegballere, schlag ich ihm doch eher mit der Knarre die Birne ein. Da spritzt auch Blut.

Volksbildungsjurist

RA: Warum haben Sie das Holz gestohlen?
Mdt.: Es lag da schon jahrelang rum, dann darf man das.
RA: Das wäre mir neu.
Mdt.: Doch, da gibt’s ein Gesetz. Nach ein gewissen Zahl an Jahren darf man Holz einsammeln.
RA: Ach? Und ab wieviel Jahren darf man das?
Mdt.: Keine Ahnung, wie alt man dazu sein muss.

Volksbildungsjurist II

Mdt.: Die haben mich am Steuer erwischt.
RA: Hoffentlich keine Blutprobe!
Mdt.: Doch! Cannabis und Kokain.
RA: Also möglicherweise Trunkenheitsfahrt.
Mdt.: Aber Glück im Unglück, denn mein Lappen ist schon weg.
RA: Das macht die Sache nicht besser.
Mdt.: Doch, denn wie ich gehört habe, ist nur die Trunkenheitsfahrt mit Alkohol strafbar. Bei Drogen könnten sie allenfalls den Führerschein entziehen. Aber ich habe ja keinen mehr.
RA: Da haben Sie wohl was Falsches gehört.
Mdt.: Nee. Die waren stinksauer, weil ich keinen Lappen mehr habe. Das beweist doch, dass die mir eigentlich nix können.

Volksbildungsjurist III

Mandant (überreicht Notarvertrag): Können Sie mir mal sagen, ob meine Frau Ihren Schwiegervater pflegen muss?
RA: Ganz klares Nein!
Mandant: Gut. Hehe!
RA: Aber Sie müssen Ihren Vater pflegen, so steht es hier.
Mandant: Weiß ich. Soll er mich verklagen.
RA: Er kann auch einfach Ihr Haus auf sich zurückübertragen.
Mandant: Da muss ich Sie leider belehren, Herr Anwalt. Ich kenne den Vertrag in- und auswendig. Er hat kein Recht, das Haus zurückzufordern.
RA: Ist Ihnen beim Auswendiglernen zufällig das Wort „Rückauflassungsvormerkung“ aufgefallen?
Mandant: Ja. Steht in § 7. Was heißt das eigentlich?
Vorausschauend I
Anrufer: Die Polizei meint, ich hätte was falsch gemacht. Kann ich mich melden wenn da was kommt?
RA: Klar, dafür gibt‘s ja Anwälte.
Anrufer: Aber nicht dass Sie jetzt schon denken, ich hätte wirklich was gemacht.
RA: Warum sollte ich das denken?
Anrufer: Weil die Polizei das denkt.
RA: Für mich ist egal, was die Polizei denkt.
Anrufer: Also glauben Sie auch, dass ich nix gemacht habe?
RA: Ich glaube erstmal garnix. Sie können sich aber melden, wenn Sie was gemacht haben.
Anrufer: Aber ich hab doch garnix gemacht.
RA: Glaube ich Ihnen ja auch.
Anrufer: Also jetzt doch! Gerade sagten Sie noch, Sie glauben mir nix.
RA: Ich sagte, dass ich generell erstmal garnix glaube.
Anrufer: Dann sind Sie nicht der Richtige für mich. Ich brauche jemand, der mir auch glaubt, dass ich nix gemacht habe.
RA: Warum ist das so wichtig für Sie?
Anrufer: Weil ich in Wirklichkeit schon was gemacht habe.
Vorausschauend II
Mandant: Wenn ich den ganzen Unterhalt zahlen muss, bringe ich sie um.
RA: Davon rate ich ab.
Mandant: Wieso?
RA: Selbst bei optimaler Verteidigung - die nicht billiger wird als der Unterhalt - gehen Sie dafür wenigstens 5 Jahren in den Bau.
Mandant: Sobald die mich einsperren, haue ich wieder ab.
RA: Aus dieser JVA ist noch keiner ausgebrochen.
Mandant: Ich war Subunternehmer, als der Knast gebaut wurde und an einer Mauer haben wir den Zement bewusst mit Cola angerührt. Ich weiß, wo ich kratzen muss.

Vorgeladen

Anrufer: Hab ich Vorladung.
RA: Um was geht’s?
Anrufer: Steht in der Vorladung.
RA: Und da steht was?
Anrufer: Kann ich jetzt nicht sagen.
RA: Wieso können Sie das nicht sagen?
Anrufer: Hab ich Vorladung zuhause, bin ich aber auf Arbeit.
RA: Tja, dann müssen Sie entweder von Zuhause anrufen oder die Vorladung mitnehmen auf Arbeit.
Anrufer: Vorladung hat Polizei vorhin erst abgegeben bei meine Haus.
RA: Und woher wissen Sie das schon?
Anrufer: Polizei grad hier und nimmt mich mit. Hat gesagt Vorladung liegt Briefkasten.
Der Vorsichtige
RA: Nutzen Sie Facebook?
Zeuge: Seit 5 Jahren nicht mehr.
RA: Andere soziale Netzwerke?
Zeuge: Ich hab kein FB, kein WhatsApp und kein Insta - Ich hab ne Freundin.

(männliche Kommentatoren fanden das romantisch; die Frauen unterstellten ihm, sich der Kontrolle entziehen zu wollen)

Warnhinweis
Zeuge 1: Ich stand im Raucherbereich des Krankenhauses, um zu rauchen. Der Angeklagte kam vorbei und fragte mich nach einer Zigarette. Als ich ihm keine geben wollte, verprügelte er mich.
Zeuge 2: Ich stand vor dem Krankenhaus, um zu rauchen. Der Angeklagte schlug einen Mitpatienten. Ich wollte helfen, da prügelte er auch mich.
Zeuge 3: Ich rauchte vor dem Krankenhaus. Der Angeklagte verprügelte 2 Patienten. Ich wollte helfen. Da schlug er mich ebenfalls.
Jugendrichterin: Angeklagter, möchtest du dich dazu äußern?
Angeklagter: Tja - Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit.
Wer nichts wird wird Wirt
Mandant: Wenn ich meine Kneipe wieder öffne - darf ich dann die Preise erhöhen?
RA: Dürfen darfst du. Aber ist es sinnvoll? Schließlich soll ja die Mehrwertsteuer runtergehen.
Mandant: Mehrwertsteuer? Zahl ich doch eh nicht.
Zeitlos
Richterin: Wann ist denn ihre Freundin geboren?
Angeklagter: Am 3. Januar.
Richterin: Welches Jahr?
Angeklagter: Ähh … 1964 oder 1985. Das weiß ich nicht so genau.
Zeiträuber
RA: Um den Einbruchsvorwurf zu widerlegen möchte ich jetzt komplett mit Ihnen den Ablauf des Tattages protokollieren.
U-Häftling: Ok, ich erzähle der Reihe nach.
- 45 arbeitsintensive Minuten später -
RA: Das war sehr ausführlich. Dann fahre ich jetzt mal in die Kanzlei und bastele einen Schriftsatz.
U-Häftling: Danke, ich hoffe das hilft.
RA: Wenn Ihnen noch was Entlastendes einfällt, dann sagen Sie mir unbedingt Bescheid.
U-Häftling: Da wäre noch was, ich weiß aber nicht, ob das für Sie wichtig ist.
RA: Und zwar?
U-Häftling: Ich weiß, wer es war.
RA: Wie bitte???
U-Häftling: Ja, der sitzt auch hier im Knast und hat es mir gegenüber zugegeben.
RA: Kopp an die Wand


Schreibe einen Kommentar