Zitate von Angeklagten

Anspruchsdenken

RA: Bei Fall 1 geht es um Drogenhandel, wobei man Ihnen das eigentlich allenfalls durch aufgezeichnete Telefonate nachweisen könnte. Was sagen Sie dazu?
Mandant: Stimmt nicht, streite ich ab.
RA: Dachte ich mir. Bei Fall 2 geht es um Drogen, die im Rahmen der Hausdurchsuchung bei Ihnen gefunden wurden. Was sagen Sie dazu?
Mandant: Stimmt nicht, streite ich ab.
RA: Ok, da müssen wir gleich nochmal drüber reden. Kommen wir erst mal zu Fall 3. Da geht es um die Drogen, die Sie in der Hosentasche hatten, als man sie festgenommen hat.
Mandant: Stimmt nicht streite ich ab
RA: Äh … Warum das?
Mandant: Ihr Problem. Sie wurden mir ausdrücklich empfohlen. Also verlange ich von Ihnen, dass Sie mich mit einem Freispruch hier aus dem Knast rausholen.

Armut

RA: Oh, Sie müssen auch ständig die Augen tropfen. Bringt‘s was?
Mandant: Keine Ahnung, das Ding ist schon lange leer. Keine Kohle für Nachschub.
RA: Aber Sie haben doch gerade getropft.
Mandant: Ich stech mir die leere Tülle ins Auge. Dann tränt es. Ist genauso gut wie Tropfen.

Bewährungs-Chance

RA: Hast Du mittlerweile einen Arbeitsvertrag? Sonst brauchen wir in der Berufung gar nicht anzutreten.
Klient: Jo. Hab jetzt einen Job angenommen.
RA: Und, wie gefällt Dir die Arbeit?
Klient: Wem gefällt schon Arbeit?

Blitzbirne

RA: Dann mal auf in den Kampf.
Mandant: Wir müssen erst noch 5 Stockwerke hoch.
RA: Wieso? Der Sitzungssaal ist geradeaus der zweite rechts.
Mandant: Komisch. Auf meiner Ladung steht aber „Saal 5. EG“
RA: Sag ich doch: Saal 5 im Erdgeschoss.
Mandant. Ach so – ich dachte fünftes Erdgeschoss.

Der Chiller

Jugendrichterin: Wie sieht’s denn aus mit Alkohol?
Angeklagter: Ich trinke schon seit Jahrmarkt nicht mehr.
Jugendrichterin: Und wie steht es um Ihrem Cannabiskonsum?
Angeklagter: Nix mehr.
Jugendrichterin: Das ist ganz wichtig, dass Sie das sein lassen. Das verlangsamt nämlich die Reaktionen. So, jetzt kommen wir mal zur Anklage. Was sagen Sie dazu?
Angeklagter: Äh … Hab ich erst bis zur Hälfte gelesen.

Corona-Problem I

Anrufer: Kennen Sie sich aus mit Hartz 4?
RA: Ja, warum?
Anrufer: Ich hätte da ne Frage.
RA: Und zwar?
Anrufer: Habe ich gegen das Jobcenter einen Anspruch auf Vorschuss für Hamsterkäufe?

Corona-Problem II

Mittagspause Wirt: Nix mehr los. Kann die Merkel nicht mal anordnen, dass alle Lokale zu schließen sind?
RA: Kann sie nicht. Förderales System. Das ist Ländersache.
Wirt: Dann könnte doch die Landesregierung alle Kneipen dicht machen.
RA: Könnte sie, aber bisher beschränkt sich das Land auf Empfehlungen.
Wirt: Find ich blöd. Es kommt doch kaum noch jemand hier vorbei.
RA: Es verbietet dir doch niemand, den Laden einfach zu schließen.
Wirt: Wenn ich zumache, erzählen die rundherum, in meiner Kneipe wäre der Virus ausgebrochen. Das geht gar nicht.
RA: Danke für diesen Einblick in die Entstehung einer Pandemie.

Corona-problem III

Klient: Ich will den Lebensmittelmarkt verklagen.
RA: Gut! Warum?
Klient: Die haben am Eingang einen Spender zum Desinfizieren und das hat mir die Hände verätzt.
RA: Nun stellen Sie sich mal nicht so an. Desinfektion ätzt nicht.
Klient: Aber die haben kein Desinfektionsmittel im Spender.
RA: Sondern?
Klient: Chlorix.

Dauermandat

Mitte Juli, Anfrage einer im 2016 geschiedenen Person:
„Hi … bin seit 31.05. wieder verheiratet…..will mich scheiden lassen… Brauche Termin!“

Dauerstudent

Richter (AG Idar-Oberstein): Was machen Sie beruflich?
Angeklagter: Ich studiere. Seit 2004.
Richter: Seit dem Jahr 2004? Warum dauert das denn so lange?
Angeklagter: Weil der Weg zur Uni so weit ist.
Richter: Wo studieren Sie denn?
Angeklagter: Wiesbaden.

Drogenfrei

RA: Das Ergebnis Ihrer Blutprobe ist da. Alkohol und Drogen.
Mandant: Ich nehme keine Drogen.
RA: Der THC-Wert sagt was anderes.
Mandant: Ausgeschlossen.
RA: Nicht zufällig mal nen Joint geraucht?
Mandant: Joint? Natürlich rauche ich Joints. Aber deshalb nehme ich noch lange keine Drogen.

Der Etikette-Bewusste

Anrufer: Herr Anwalt, Sie haben doch so ein Faible für alles Italienische. Wie trinkt man denn Espresso?
RA: Bitte? Meine Handynummer ist für Notfälle, nicht für Lifestyle-Tipps.
Anrufer: Das ist ein Notfall. Ich sitze ich grad bei der Polizei im Verhör.
RA: Ach herrje … Auf jeden Fall Aussage verweigern! Sind Sie vorläufig festgenommen? Wenn nicht, dann brechen Sie das Verhör ab. Ich kann momentan hier nicht weg, aber sagen Sie auf keinen Fall irgendwas zur Sache aus!
Anrufer: Keine Sorge, ich hab das hier im Griff. Wollte nur wissen, wie man Espresso richtig trinkt.
RA: Verstehe ich grad nicht.
Anrufer: Na die Polizistin hat gesagt, es wird länger dauern, deshalb macht sie jetzt erstmal Espresso. Sowas habe ich aber noch nie getrunken und ich will da nix falsch machen.
RA: Na dann: Schwarz mit Zucker – so machen Sie wenigstens das nicht falsch.

Familienbande

Richter: Was machen Ihre Geschwister?
Angeklagter: Zwei studieren.
Richter: Und der Dritte?
Angeklagter: Hat sein Studium bereits abgeschlossen.
Richter: Gibt es Ihnen dann nicht zu denken, dass Sie immer wieder vor Gericht stehen?
Angeklagter: Es ist nun einmal so, dass jede Familie ein schwarzes Schaf braucht und bei uns mach ich das eben.

Fastenzeit

Türkische Mandantin in einer Verhandlungspause: Zigarette?
RA: Nee.
Türkin: Wieso nicht?
RA: Fastenzeit.
Türkin: Du bist doch kein Muslim!
RA: Aber Katholik!
Türkin: Und bis wieviel Uhr fastest du heut?

Der Feinfühlige

RA: Redet mit Engelszungen für einen Frauenschläger.
Richterin: Zeigt sich einer Einstellung nicht ganz abgeneigt.
Staatsanwältin: Will ausnahmesweise einer Einstellung zustimmen gegen Zahlung einer Auflage.
Mandant (brüllend): „Ans Frauenhaus zahl ich aber nicht!“

Feingeist

Jugendrichter: Was machen Sie so in Ihrer Freizeit?
Angeklagter: Ich lese viel.
Jugendrichter: Das ist ja schön. Was lesen Sie denn so?
Angeklagter: Wo ich wohne wird einmal die Woche der Briefkasten zugestopft mit Werbeblättchen.
Jugendrichter: Das kenne ich, ist bei mir auch so. Aber ich wollte eigentlich wissen, was Sie lesen.
Angeklagter: Na die Werbeblättchen eben.

Fiat iustitia

Angeklagter: Herr Richter, machen Sie mal ein Fenster auf!
Richter: Wozu das denn?
Angeklagter: Damit die Gerechtigkeit rein kann.
Richter: Die lassen wir heut mal draußen. Das Fenster bleibt zu!

Frauenversteher

RA: Haare ausreißen kostet Sie was. Ist Ihnen das klar?
Angeklagter: Aber nur, weil es um eine Frau geht. Denen ihr Kopf besteht ja zu 50% aus Haaren.
RA: 50%? Wie hoch schätzen Sie denn dann den Gehirnanteil?
Angeklagter: Keine Ahnung. Aber 40% sind Gesicht.

Frühstückskorn

Erste Sitzung des Tages
Richter: Sie wirken etwas nervös.
Angeklagter: Jo. Bin ich auch. Ich könnt jetzt nen Schnaps gebrauchen.
Richter: Haben Sie mal auf die Uhr geschaut?
Angeklagter: Ja, hab ich. Aber da steht keiner.

Gerechtigkeitsfanatiker

RA: Das Vergleichsangebot der Gegenseite ist akzeptabel, Sie sollten es annehmen.
Mandant: Warum ist der Gegner denn überhaupt zum Anwalt gegangen, statt einfach zu zahlen?
RA: Weiß ich doch nicht.
Mandant: Wenn er einfach gezahlt hätte, wäre die Sache längst erledigt.
RA: Das lässt sich aber nun nicht mehr ändern.
Mandant: Ich bin doch im Recht, also warum zahlt er nicht?
RA: Das sieht der Gegner sicher genauso – nur umgekehrt.
Mandant: Beide können nicht Recht haben.
RA: Deshalb versuchen wir ja eine Einigung.
Mandant: Ich möchte mich nicht einigen.
RA. Ok. Und warum nicht?
Mandant: Weil es mich ärgert, dass er zum Anwalt gegangen ist, anstatt einfach zu zahlen.
RA: Dafür muss er jetzt zusätzlich die Kosten seines Anwalts zahlen.
Mandant: Ist das insgesamt dann teurer für ihn, als wenn er einfach gezahlt hätte?
RA: Viel teurer!
Mandant: Gut, dann nehmen wir das Angebot an.

Geschichtskenner

Mandant: Wenn Sie noch Zeit haben, müssen Sie sich unbedingt noch unsere Altstadt anschauen. Augsburg ist wirklich schön.
RA: Mache ich gerne. Ist das noch Original oder wurde es im Krieg zerbombt und wieder aufgebaut?
Mandant: Äh … ich denke nicht, dass hier viel zerbombt wurde.
RA: Und warum nicht?
Mandant: Wir haben direkt am Stadtrand eine riesige Ami-Kaserne. Deshalb sind die sicher damals an Augsburg vorbei geflogen.

Gewaltschutz

Frau: Er darf auf keinen Fall meine Adresse wissen.
Richterin: Warum darf er denn Ihre Adresse nicht wissen?
Frau: Ich fürchte mich so sehr vor ihm. Ich möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Mann: Ich weiß schon seit über einem Jahr wo sie wohnt.
Frau: Oh Gott oh Gott, er weiß meine Adresse!!!
Richterin: Woher wissen Sie denn die Adresse?
Mann: Sie benutzt illegal meine Kreditkartendaten um im Internet zu bestellen. Aufgrund der Abrechnung weiß ich wohin geliefert wird.

Hausbesuch

RA: Hallo, da bin ich wieder. Kann es sein, dass ich gerade mein Handy hier liegen gelassen habe?
Mandant: Ja, habe ich schon bemerkt. Hier ist es.
RA: Danke.
Mandant: Da hat auch schon jemand angerufen, als Sie weg waren.
RA: Sehe ich auch grad. Aber das ist ja Ihre Nummer.
Mandant: Ja, ich wollte Ihnen sagen, dass Sie Ihr Handy vergessen haben.

Höflichkeit

Letztes Wort des Angeklagten: Es tut mir leid, dass Sie ihre Zeit mit mir verschwenden mussten, denn Sie haben ja bestimmt noch anderes zu tun. Aber ich fand’s gut, dass Sie trotzdem Zeit für mich hatten und ich möchte mich auch ausdrücklich dafür bedanken, dass ich Sie alle kennen lernen durfte. Das ist wirklich sehr freundlich von Ihnen.

Honorarbetrug

Betrüger: Ich brauche einen Verteidiger.
RA: Ich brauche einen Vorschuss.
Betrüger: Kein Problem. Aber der Termin ist schon im Februar.
RA: Dann brauche ich den Vorschuss noch im Januar.
Betrüger: Kein Problem, ich bring das Geld zum Termin mit.
RA: Ich sagte Januar!
Betrüger: Ok, ich bringe es noch im Januar vorbei.
RA: Ich schreibe jetzt eine Zahl auf diesen Zettel, das ist der Vorschuss.
Betrüger: Kein Problem, Sie können mir vertrauen.(Steckt den Zettel ein).
RA: Sie haben weder nach einer Bankverbindung gefragt, noch auf den Zettel geschaut.
Betrüger: Kein Problem, Sie können mir trauen.
RA: Schauen Sie doch erstmal auf den Zettel.
Betrüger (liest): 7,5 Mille? Kein Problem!
RA: Mir hat noch nie jemand 7,5 Mille Vorschuss gezahlt. Darum fange ich auch bei Ihnen nicht damit an. Suchen Sie sich jemand anders.

Insider-Tipp

Auswärtstermin in deutscher Großstadt, Treffen mit Mandantin am Hauptbahnhof.

RA: Welche Linie geht zum Landgericht?
Mandantin: Die 18
RA: Wo bekomme ich ein Ticket?
Mandantin: Keine Ahnung.
RA: Wieso weißt du das nicht? Du wohnst doch hier.
Mandantin: Ja, aber ich fahre immer schwarz.

Internetwissen

Anrufer: Herr Anwalt, ich habe im Internet recherchiert, dass man wegen Steuerhinterziehung erst in den Knast kommt, wenn der Schaden über 100.000 liegt. Können Sie mir das bestätigen?
RA: Warum sollte ich Ihnen das bestätigen?
Anrufer: Damit ich ruhiger schlafen kann.
RA: Kann ich daraus folgern, dass Sie knapp 100.000 an Steuern hinterzogen haben?
Anrufer: So etwa. Kann auch mehr sein.
RA: Also Sie wissen nicht einmal, wie viel Sie hinterzogen haben, aber ich soll Ihnen die Bewährung zusichern???

Der Jubilar

RA: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Mandant: Herr Anwalt, ich muss Ihnen etwas sagen. Da gibt es jemand, der redet ganz schlecht von Ihnen.
RA: Ach, wer denn?
Mandant: Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil das ist ein Schulkamerad von mir.
RA: Ein Schulkamerad? Dann ist der also aus dem gleichen Dorf wie Sie?
Mandant: Ja. Deshalb will ich auf keinen Fall seinen Namen nennen.
RA: Kein Problem. Feiern Sie noch schön ihren 88. Geburtstag. Was ich zu dem Thema wissen muss, finde ich schon selbst heraus.

Der Junkie

RA: Das Ergebnis Ihrer Blutprobe ist da. Alkohol und Drogen.
Mandant: Ich nehme keine Drogen.
RA: Der THC-Wert sagt was anderes.
Mandant: Ausgeschlossen.
RA: Nicht zufällig mal nen Joint geraucht?
Mandant: Joint? Natürlich rauche ich Joints. Aber deshalb nehme ich noch lange keine Drogen.

Kaufmann

Angeklagter: Ich habe eigentlich nur mit Cannabis gehandelt.
Richter: Bei der Durchsuchung wurde aber auch Amfetamin gefunden.
Angeklagter: Das hatte ich damals gerade neu im Sortiment.

Kiffer I

RA: Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass Gerichte auch FB-Accounts lesen?
Mandant: Klar – aber da finden die bei mir nix.
RA: Sie heißen „Heiko“ und man wirft Ihnen Drogendelikte vor.
Mandant: Stimmt, aber was hat das mit FB zu tun?
RA: Vielleicht sehe ich ja Gespenter, aber ich würde es dennoch begrüßen, wenn Sie sich bei FB künftig nicht mehr „HighKO“ nennen.

Kiffer II

RA: Das Ergebnis Ihrer Blutprobe ist da. Sie hatten Alkohol und Drogen im Blut.
Mandant: Ich nehme keine Drogen.
RA: Der THC-Wert sagt was anderes.
Mandant: Ausgeschlossen.
RA: Nicht zufällig mal nen Joint geraucht?
Mandant: Joint? Natürlich rauche ich Joints. Aber deshalb nehme ich noch lange keine Drogen.

Klartext

Familiengericht: Die Kosten des Verfahrens werden den Parteien je hälftig auferlegt.
Mandant: Was heißt das jetzt?
RA: Jeder zahlt die Hälfte.
Mandant: Ach so. Diese Richter drücken sich aber auch wirklich kompliziert aus.

Kurzer Prozess

Richterin: Sind Sie verheiratet?
Angeklagter: Ich war in Mogadischu einmal verheiratet.
Richterin: Was heißt „war“? Sind Sie geschieden?
Angeklagter: Nicht nötig. Ich habe sie verstoßen.

Logiker

RA: Ich rufe direkt aus dem Gericht an. Ich brauche dringend die Nummer Ihres Stromzählers.
Mandant: Ok, was genau müssen Sie wissen?
RA: Was für eine eine Nummer steht da drauf drauf?
Mandant: Die letzten Zahlen sind 4,8,7 und 3.
RA: Gut. Und was steht davor?
Mandant: Na ich stehe davor.

Mehrlinge

Richter: Wieviele Kinder haben Sie?
Angeklagter (deutlich angetrunken): Drei Zwillinge.
Richter: Also sechs Kinder?
Angeklagter: Nein, drei. Aber Zwillinge, also alle am selben Tag geboren.
Richter: Sind das dann nicht Drillinge?
Angeklagter (lallend): Nee Herr Richter. Die sehen sich so ähnlich, das müssen Zwillinge sein!

Misstrauen

Richterin: War das so richtig, wie ich das diktiert habe?
Kläger: Ich will mich da nicht festlegen.
Richterin: Bitte? Es war ihre Aussage. Stimmt die nun oder nicht?
Kläger: Wenn ich jetzt Ja sage, tappe ich in die Falle, weil der Anwalt das dann bestimmt verdreht.
Richterin: Soll ich es Ihnen nochmal vorspielen? Es geht nur darum, ob mein Diktat Ihre Worte zutreffend wiedergibt.
Kläger: Dazu werde ich mich nicht äußern.

Nett

Mandantenanruf mittwochs: Wann genau ist nächste Woche mein Termin?
RA: Ich bin mitten im Umzug, kein Netz, ich kann das aus dem Stand jetzt wirklich nicht sagen.
Mandantenanruf samstags: Mir ist gerade aufgefallen, dass Sie ziemlich gestresst klangen am Telefon. Brauchen Sie vielleicht Hilfe beim Umzug?

Nur scheinbar eiliig

Anrufer: Sie sind Anwalt? Könnten Sie mal vorbeikommen?
RA: Wann?
Anrufer: Jetzt.
RA: Es ist Samstag Abend 20 Uhr.
Anrufer: Aber es ist dringend!
RA: Ich bin am Weinprobieren. Es passt mir grad nicht. Geht’s nächste Woche?
Anrufer: Ja. Geht auch. Wer jetzt noch nüchtern ist, wäre sowieso ein Arschloch.

Der Orientale

Mandant aus einem fernen, sehr heißen Land. Komplizierte Passangelegenheit. Sache zieht sich.
Mandant: Warum Du nicht endlich fragen Polizei was wollen haben an Geld, dann ich zahlen.
RA: In Deutschland läuft das etwas anders …
Nach Beruhigung der Gemüter Verabschiedung.
Mandant: „Du gut Arbeit.“
Und dann … krault er mir das Kinn

Patientenverfügung

Mandant: Was kann ich mit der Patientenverfügung regeln?
RA: Im Prinzip alles, was Ihnen für den Fall eines Krankenhausaufenthaltes wichtig ist.
Mandant: Aber was genau? Haben Sie ein Beispiel?
RA: Der Klassiker ist die Frage, ob im Ernstfall die Maschinen abgestellt werden sollen oder nicht.
Mandant: Ah, jetzt verstehe ich. Dann schreiben Sie rein, dass ich zum Frühstück weder Käse noch Quark will.

Praktisch gedacht

RA: Das gibt eine Bewährungsstrafe am unteren Rand und eine Geldauflage im mittleren dreistelligen Bereich.
Mandant: Geht nicht was mit Geldstrafe?
RA: Die würde dann aber höher liegen als die Geldauflage. 4 bis 5-mal so hoch schätzungsweise.
Mandant: Das wäre mir lieber.
RA: Haben Sie Geld zu viel?
Mandant: Das nicht, aber kein Bock die nächsten Jahre straffrei zu leben.

Rechenkünstler

Mandantin: Nur ein Brief! Mehr nicht. Kann man das nicht pauschal machen?
RA: Ja. Für 150 zuzüglich 16% Umsatzsteuer.
Mandantin: Boah, das sind ja am Ende 300 bis 400 Euro. Kann ich mir leider nicht leisten.

Reumütig

Angeklagter: Ich will mein Leben komplett ändern. Ich werde nämlich Vater und freue mich total auf das Kind.
Richterin: Wann kommt das Kind?
Angeklagter: Äh … (schaut hilfesuchend zur Freundin im Saal).
Freundin: Geburtstermin ist der 20.12.
Angeklagter: Ach du Schreck, das ist ja schon in vier Wochen.

Schlitzohr

RA: Wenn das Urteil rechtskräftig wird, müssen Sie 150 Sozialstunden machen.
Mandant: Kann ich die Sozialstunden bei Hilda machen?
RA: Bei Hilda? Das ist doch so ’ne Stehkneipe mit Spielautomaten, oder?
Mandant: Ja eben, da hab ich die 150 Stunden ruckzuck rum.

Schießtraining

Mandant: Herr Anwalt, ich wurde heute von der Polizei befragt. Dürfen die das?
RA: Grundsätzlich nein. Aber es gibt Ausnahmen. Worum ging es denn?
Mandant: Ein Nachbar hat sich beschwert wegen der Schussgeräusche.
RA: Schussgeräusche? Von Ihnen?
Mandant: Ja. Von mir und anderen.
RA: Nachbarn sind meistens bekloppt. Gehen Sie eben das nächste Mal in den Wald, wenn sie mit einer Pistole rumballern wollen.
Mandant. Keine Pistole. Maschinengewehr.
RA: Oh. Finden Sie es dann nicht normal, dass die Polizei dazu ein paar Fragen hat?
Mandant: Ich fand es ziemlich überflüssig. Ich leiste nämlich gerade Wehrdienst und war zur Ausbildung auf dem Bundeswehr-Schießstand.

Schlussfolgerung

Richter: Kann es sein, dass Sie ein Alkohol- und Drogenproblem haben?
Angeklagter: Nö. Ich hab nur ein Führerscheinproblem dadurch.

Schullehrer

Richter: Ich gebe jetzt mal Ihr Einkommen hier in diese Tabelle ein und dann beläuft sich der zu zahlende Unterhalt nach Gutdeutsch…
Antragsgegner: Auf gut Deutsch.
Richter: Wie meinen?
Antragsgegner: Es heißt auf gut Deutsch, nicht nach.
Richter: Gutdeutsch heißt mein Programm zur Unterhaltsberechnung.

Sensationslust

Mandant: Haben Sie schonmal einen Mörder vertreten?
RA: Grad letzte Woche noch.
Mdt.: Und? Was hat er gekriegt?
RA: Knapp 1800 EUR.
Mdt.: Wie 1800?
RA: Schadensersatz für ne Delle im Auto.
Mdt.: Was hat das jetzt mit Mord zu tun?
RA: Der hat 22 Jahre für einen gesessen, ist seit über 10 Jahren draußen und hatte einen Autounfall – und ich habe ihn vertreten

Si tacuisses

Richterin: Möchte der Angeklagte noch etwas sagen?
Angeklagter (bisher völlig unbescholten, nie auffällig, steht vor Gericht wegen einmaliger unsittlicher Berührung eines Kindes): Kann man sich hier auch entschuldigen?
Richterin: Das Gericht würde eine Entschuldigung wohlwollend zur Kenntnis nehmen.
Angeklagter: Na gut. Dann entschuldige ich mich hiermit bei dem Opfer. – Und bei all meinen anderen Opfern gleich mit.

Stammkundschaft

Mandant: Hallo, kennen Sie mich noch, Sie haben mich vor paar Jahren schonmal vertreten.
RA: Keine Erinnerung mehr. Um was ging´s denn?
Mandant: Ach, das war so ein Kinderkram, Raub von BtM.
RA: Kinderkram?
Mandant: Ja eigentlich schon.Kompliziert war es letztlich nur, weil ich eine Waffe dabei hatte.

Taktiker I

Arbeitnehmer: Ich bin im Recht, ich will den Arbeitgeber verklagen, der soll schön bezahlen.
RA: Leider ist es im Arbeitsrecht so, dass jeder seine Kosten selbst tragen muss, selbst wenn der Prozess gewonnen wird.
Arbeitnehmer: Kann ja wohl nicht sein.
RA: Doch, in der ersten Instanz ist das so.
Arbeitnehmer: Dann klagen Sie gleich in der zweiten Instanz!

Taktiker II

Mandant: Ich habe noch einen Zeugen. Soll ich den mitbringen?
RA: Was soll der nützen?
Mandant: Er sagt zu meinen Gunsten aus.
RA: Dann einfach mitbringen.
Mandant: Ok, was genau soll er sagen?

Technikglaube

Kläger: Da die Straße nicht gewidmet ist, schulde ich auch keine Ausbaubeiträge. Verwaltungsrichter: In der Satzung ist die Parzelle ausdrücklich erwähnt. Wieso zweifeln Sie an der ordnungsgemäßen Widmung?
Kläger: In der neuesten Version meines Navis taucht die Straße nicht mehr auf.

Tierfreundin

Richter: Haben Sie Schulden und wenn ja woraus?
Angeklagte: Ich habe einiges an Schulden. Die ganzen Kaiserschnitte gehen ziemlich ins Geld.
Richter: Äh … wie muss ich das jetzt verstehen?
Angeklagte: Ich rede von Tierarztrechnungen für meine Hundezucht.

Top-Mandantin

RA: Haben Sie eine Rechtsschutzversicherung?
Mandantin: Nö, aber Geld!

Unverhofft kommt oft

Richterin: Vor drei Jahren, als ich noch Strafrichterin in Bingen war, habe ich Ihnen Bewährung gegeben und Ihnen gesagt, dass ich Sie nie mehr vor meinem Richtertisch sehen will.
Angeklagter: Stimmt. Aber ich konnte ja nicht wissen, dass Sie jetzt in Bad Sobernheim zuständig sind.

Vaterfreuden

Richterin: Schul- oder Berufsausbildung?
Angeklagter: Nein.
Richterin: Arbeit?
Angeklagter: Seit 2012 nicht mehr.
Richterin: Kinder?
Angeklagter: 5
Richterin: Von derselben Frau?
Angeklagter: Von 3 verschiedenen Frauen.
Richterin: Was machen Sie den ganzen Tag?
(RA in Gedanken: Außer …)
Angeklagter: Ich kümmere mich um meine Kinder.
Richterin: Aber Sie wohnen doch 100 KM weg.
Angeklagter: Ich fahre hin und her.
Richterin: Warum sind Sie denn so weit weggezogen? Die Fahrten verursachen doch immense Kosten.
Angeklagter: Egal, das wird vom Jugendamt bezahlt.

Verbrecherlogik

Richter: Können Sie uns erklären, warum sich an der Waffe, die bei Ihnen gefunden wurde, Blut befindet?
Angeklagter: Was soll der Bullshit? Wie soll ich das wissen?
Richter: Das Gericht denkt über einen aufgesetzten Kopfschuss nach.
Angeklagter: Ey chill doch mal. Ich hab den nicht erschossen. Bevor ich jemand aus nächster Nähe wegballere, schlag ich ihm doch eher mit der Knarre die Birne ein. Da spritzt auch Blut.

Vorausschauend I

Anrufer: Die Polizei meint, ich hätte was falsch gemacht. Kann ich mich melden wenn da was kommt?
RA: Klar, dafür gibt‘s ja Anwälte.
Anrufer: Aber nicht dass Sie jetzt schon denken, ich hätte wirklich was gemacht.
RA: Warum sollte ich das denken?
Anrufer: Weil die Polizei das denkt.
RA: Für mich ist egal, was die Polizei denkt.
Anrufer: Also glauben Sie auch, dass ich nix gemacht habe?
RA: Ich glaube erstmal garnix. Sie können sich aber melden, wenn Sie was gemacht haben.
Anrufer: Aber ich hab doch garnix gemacht.
RA: Glaube ich Ihnen ja auch.
Anrufer: Also jetzt doch! Gerade sagten Sie noch, Sie glauben mir nix.
RA: Ich sagte, dass ich generell erstmal garnix glaube.
Anrufer: Dann sind Sie nicht der Richtige für mich. Ich brauche jemand, der mir auch glaubt, dass ich nix gemacht habe.
RA: Warum ist das so wichtig für Sie?
Anrufer: Weil ich in Wirklichkeit schon was gemacht habe.

Vorausschauend II

Mandant: Wenn ich den ganzen Unterhalt zahlen muss, bringe ich sie um. RA: Davon rate ich ab.
Mandant: Wieso?
RA: Selbst bei optimaler Verteidigung – die nicht billiger wird als der Unterhalt – gehen Sie dafür wenigstens 5 Jahren in den Bau.
Mandant: Sobald die mich einsperren, haue ich wieder ab.
RA: Aus dieser JVA ist noch keiner ausgebrochen.
Mandant: Ich war Subunternehmer als der Knast gebaut wurde und an einer Mauer haben wir den Zement bewusst mit Cola angerührt. Ich weiß, wo ich kratzen muss.

Der Vorsichtige

RA: Nutzen Sie Facebook?
Zeuge: Seit 5 Jahren nicht mehr.
RA: Andere soziale Netzwerke?
Zeuge: Ich hab kein FB, kein WhatsApp und kein Insta – Ich hab ne Freundin.

(männliche Kommentatoren fanden das romantisch; die Frauen unterstellten ihm, sich der Kontrolle entziehen zu wollen)

Warnhinweis

Zeuge 1: Ich stand im Raucherbereich des Krankenhauses, um zu rauchen. Der Angeklagte kam vorbei und fragte mich nach einer Zigarette. Als ich ihm keine geben wollte, verprügelte er mich.
Zeuge 2: Ich stand vor dem Krankenhaus, um zu rauchen. Der Angeklagte schlug einen Mitpatienten. Ich wollte helfen, da prügelte er auch mich.
Zeuge 3: Ich rauchte vor dem Krankenhaus. Der Angeklagte verprügelte 2 Patienten. Ich wollte helfen. Da schlug er mich ebenfalls.
Jugendrichterin: Angeklagter, möchtest du dich dazu äußern?
Angeklagter: Tja – Rauchen gefährdet Ihre Gesundheit.

Wer nichts wird wird Wirt

Mandant: Wenn ich meine Kneipe wieder öffne – darf ich dann die Preise erhöhen?
RA: Dürfen darfst du. Aber ist es sinnvoll? Schließlich soll ja die Mehrwertsteuer runtergehen.
Mandant: Mehrwertsteuer? Zahl ich doch eh nicht.

Zeitlos

Richterin: Wann ist denn ihre Freundin geboren?
Angeklagter: Am 3. Januar.
Richterin: Welches Jahr?
Angeklagter: Ähh … 1964 oder 1985. Das weiß ich nicht so genau.

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