Verschollene STA

Staatsanwaltschaft spurlos verschwunden

Eine schwere staatsgefährdende Straftat droht derzeit in Kreuznach ungesühnt zu bleiben, weil die zuständige Verfolgungsbehörde sich verdünnisiert hat.

Auslöserin des Skandals ist nach bisherigen Recherchen eine resolute ältere Dame, die sich mit ihrem Schwiegersohn überworfen hat: „Ich wollte von meiner letzten Kaffeefahrt berichten, aber er wollte unbedingt Sportschau gucken. Dann hat er mich auch noch „Pflaumenelse“ genannt. Das geht zu weit“, berichtet die aufgebrachte Seniorin. Beleidigung auf sexueller Grundlage diagnostizierte sie nach kurzer Beratung mit ihrem Damenteekranz und schritt zur Tat.

Was dann geschah, ist überwiegend ungeklärt. „Ich informierte telefonisch die Staatsanwaltschaft, schilderte das Problem und kündigte an, dass ich gleich vorbeikommen würde. Als ich aber vor dem Gebäude in der Ringstraße ankam, war niemand mehr da.“ Eine kurze Recherche bei Google – auch Seniorinnen sind ja mittlerweile mobil – führte zu einem merkwürdigen Ergebnis: „Dauerhaft geschlossen“, stand dort. Seither rätselt die ganze Stadt, wo die Staatsanwaltschaft geblieben sein könnte.

Eine Mitarbeiterin des Amtsgerichts, die namentlich nicht genannt werden möchte, hat so ihre eigene Theorie: „So richtig Bock auf’s Schaffen hatten die schon lange nicht mehr. Und wenn dann auch noch eine Oma anrückt mit so einem Wahnsinns-Fall, kann man schon mal Fluchtgedanken kriegen.“

Rätselhaft ist allerdings, wie es den Staatsanwälten zwischen dem Anruf und dem Auftauchen der Senioren gelungen ist, ihre Behörde komplett zu räumen. Insider gehen davon aus, dass die Aktion von langer Hand vorbereitet war. Kein Wunder, denn der vormalige Justizminister Heiko Maas hat in seiner Amtszeit bekanntlich einen selten erlebten Wust an unnützen neuen Strafgesetzen erlassen. Möglicherweise war dies das entscheidende Motiv für die ominöse Flucht.

Bei der Polizei hat man bereits erwogen, einen Fahndungsaufruf zu starten. Zuständig für eine solche Maßnahme wäre allerdings: die Staatsanwaltschaft. Mit ihrem plötzlichen Untertauchen hat die Behörde also zugleich die Fahndung nach sich selbst unmöglich gemacht. Es handelt sich eben um Profis.

Beim Rest der Justiz wird die Staatsanwaltschaft bisher nicht vermisst. Insbesondere die Strafgerichte sehen entspannten Zeiten entgegen. „Eigentlich haben die uns immer nur Arbeit gemacht“, hört man es auf den Gerichtsfluren munkeln. „jetzt können wir ganz entspannt der Weihnachtszeit entgegendösen.“

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